Invaliden-Verband
Chauffeure bemängelten Sicherheit - gefeuert
Die Kündigung der beiden Chauffeure hatte fadenscheinige Begründungen. Ob dem Vorgesetzten stattdessen nicht passte, dass sie auf Ausstattungsmängel der Fahrzeuge hinwiesen?

(Bild: Beat Marti)
Abstruses steht in der Kündigung an Chauffeur Georg Zanca: Als einer der Gründe für seine Entlassung wird «ungenügende körperliche Pflege» genannt.
Zanca wurde Anfang Jahr vom neuen Chef aufgefordert, innert drei Monaten sein Gebiss in Ordnung zu bringen. Die 20'000 Franken teure Sanierung kann sich Zanca aber nicht leisten. «Meine Zähne waren schon bei meiner Anstellung vor über sechs Jahren schlecht. Wieso das jetzt als Kündigungsgrund gelten soll, verstehe ich nicht», sagt Zanca.
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Im Blauen Brief an Fauster werden als Kündigungsgründe unter anderem «Verfehlungen mit Fahrgästen» sowie «Unfall und diverse Beschädigungen an den Transportfahrzeugen» genannt. «Wenn Spass haben mit behinderten Menschen eine ‹Verfehlung mit Fahrgästen› ist, dann werde ich immer wieder Verfehlungen begehen», sagt Fauster. «Und ich habe mehr als 800'000 Kilometer mit Behindertentransporten zurückgelegt. Dabei hatte ich bloss vier Blechschäden.» Die beiden Chauffeure haben nun einen Anwalt eingeschaltet.
Der Präsident und die Geschäftsstellenleiterin von Procap Wädenswil wollten sich gegenüber dem Beobachter nicht äussern. In einem Brief an die Chauffeure schreibt der grossteils öffentlich finanzierte Verband Procap: «Die Vorwürfe sind belegbar und tragen nur einen Teil zur Kündigung bei. Nach Gesetz kann eine Firma einem Arbeitnehmer fristgerecht auch ohne Grund kündigen.»
© Beobachter Ausgabe 16 vom 06. Aug 2008 - Alle Rechte vorbehalten

