Kasino Luzern
Es drohen Millionenklagen
Ein Gerichtsurteil, welches einem ehemaligen Kasinokassier nicht ausbezahlte Trinkgelder zuspricht, dürfte für das Kasino Luzern ins Geld gehen: über 100 Angestellte könnten vergleichbare Forderungen geltend machen.
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Das Spielkasino Luzern gerät immer mehr unter Druck: Wegen Ungereimtheiten im Umgang mit Trinkgeldern drohen nicht nur Strafverfahren (siehe Artikel zum Thema «Kasino Luzern: Falsches Spiel mit Trinkgelder»), sondern auch Millionenforderungen. Ende November entschied das Luzerner Arbeitsgericht, dass die Spielbank einem ehemaligen Kassier seinen Anteil an den Trinkgeldern auszahlen muss – summa summarum 12'000 Franken nebst Zinsen.
Der Kassier habe annehmen dürfen, «dass die Trinkgelder ihm zusätzlich zum Fixlohn ausbezahlt würden», schrieben die Richter. Dieser Satz wird Folgen haben: 140 Angestellten stehen ähnliche Summen zu. Das Kasino Luzern nahm laut eigenen Angaben allein in der Zeit von Juni 2002 bis Ende 2003 Trinkgelder in der Höhe von 2,3 Millionen Franken ein, die im so genannten Tronc, einer Art Trinkgeldkasse, gesammelt wurden. Rechnet man diese Zahlen hoch, so dürften es bis heute rund fünf Millionen Franken sein.
Das «Supplement», das keins war
Die Verantwortlichen weigerten sich, die Trinkgelder auszuzahlen, weil den Mitarbeitern nur bei Gewinn ein Bonus versprochen worden sei. Das Arbeitsgericht sah das anders: Entscheidend sei das Arbeitsreglement, das eine Aufteilung der Trinkgelder vorsieht, und die Spielanleitung. Dort stand geschrieben, die Trinkgelder seien «für alle Croupiers ein erfreuliches, motivierendes Supplement zum Salär». Die Kasinoleitung will zum Verfahren keine Stellung nehmen.
© Beobachter Ausgabe 25 vom 08. Dez 2005 - Alle Rechte vorbehalten















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