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Koni Rohner zu Karriere
Gut genug für diese Position?
Frage: Ich bin Mitte 30 und wurde vom Chef ermutigt, mich für eine neu geschaffene Stelle als Bereichsleiterin in unserer Firma zu bewerben. Jetzt bin ich unsicher, ob ich mir damit nicht zu viel auflade. Ilona F.
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Vor einer solchen Entscheidung sollten Sie zwei Punkte genau prüfen: Eignung und Neigung. Dass Sie Ihr Chef für geeignet hält, kann auf einer Fehleinschätzung beruhen; es ist aber trotzdem ein Kompliment für Ihre Leistungen. Ob Sie in dem neuen Job allerdings auch glücklich werden, kann er definitiv nicht beurteilen.
Um das für sich selber etwas zu erhellen, versuchen Sie am besten, sich anhand des Pflichtenhefts der Position möglichst gut in die neue Rolle hineinzuversetzen. Achten sie dann darauf, wie Sie sich fühlen, denn das ist eine ebenso wichtige Entscheidungshilfe wie rein verstandesmässiges Abwägen.
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Hilfreich für eine Entscheidung sind ausserdem Vergleiche mit Bekannten in einer ähnlichen Position: Würde es Sie reizen, an deren Stelle zu sein? Oder mit Teilnehmern eines allfälligen Führungsseminars: Fühlen Sie sich in der Gruppe zu Hause oder als Exotin?
«Soft Skills» sind immer mehr gefordert
Über die Anforderungen an einen Vorgesetzten gibt es eine Menge Fachliteratur. In letzter Zeit ist immer mehr von sogenannten «Soft Skills» die Rede. Von Menschen in Führungspositionen werden nicht nur überdurchschnittliche Sachkompetenz und Organisationstalent erwartet («Hard Skills»), sondern vermehrt auch Elemente der Sozialkompetenz. Unter dem etwas engeren Begriff «Soft Skills» versteht man üblicherweise Eigenschaften wie: Höflichkeit, Freundlichkeit, Eigenmotivation, die Fähigkeit, andere zu motivieren, sprachliche Kompetenz, emotionale Selbständigkeit und Selbstdisziplin.
Eine Vorgesetzte muss den Mut haben, die Initiative zu ergreifen, sich durchsetzen können und die Fähigkeit haben, Konflikte zwischen Mitarbeitern, aber auch solche, die sie selber betreffen, zu lösen. Die Führungsrolle sollte nicht aus dem Bedürfnis nach Macht angestrebt werden. Es handelt sich nämlich um einen Dienst, den man für die Sache und die anvertrauten Mitarbeiter leistet. Nur so gewinnt man umgekehrt deren Vertrauen.
Der Ausdruck «Skills» deutet darauf hin, dass es sich vorwiegend um Kompetenzen handelt, die erlernbar sind, und nicht um angeborene Eigenschaften. Sie können entweder nicht bewusst durch Erfahrungen oder gezielt in Kursen erworben werden. Grundsätzlich muss aber wohl trotzdem bereits ein Potential für eine Führungsrolle in der Persönlichkeit vorhanden sein, wenn man sich nicht überfordern und unglücklich werden will. Schliesslich sind Charakterzüge wie Humor, Begeisterungsfähigkeit und Optimismus, die von Mitarbeitern sehr geschätzt werden, nicht erlernbar.
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© Beobachter Ausgabe 18 vom 29. Aug 2007 - Alle Rechte vorbehalten

