• Meistgelesene Artikel

    1. Steuern
      Steuertipps von A bis Z
    2. Alimente
      Wie viel Unterhalt ist angemessen?
    3. Steuererklärung
      Wegleitung durch den Papierkram
    4. Steuerfragen
      Beispiele aus der Praxis
    5. Öko-Aussteiger
      Harte Landung auf dem Boden der Realität
  • «Denkzettel»

    Warum früher nicht immer alles besser war, zeigt das Dossier «Denkzettel: Skurriles aus Schule und Erziehung» - von Sexualunterricht bis Züchtigung von Schülern.

    zum Dossier

  • Hilfe im Schulalltag

    Von Absenzen bis Zoff -Leitfaden für Eltern in der Schweiz

  • Anzeige:

Pro

«Käufliche Schulwahl ist sozial ungerecht»

Ausgabe:
12/08

Pia Amacher, Befürworterin der freien Schulwahl, kontert Thesen der Gegner.

These: Der Qualitätswettbewerb unter den Schulen führt zum Ausschluss leistungsschwacher Kinder. Diese bleiben in Problemschulen, während die Elite unter sich bleibt - ein Zweiklassensystem.
Pia Amacher: Zweiklassensystem, Problemschulen und Schulausschlüsse haben wir jetzt. Reiche können von Problemschulen wegziehen oder sich eine nichtstaatliche Schule leisten. Käufliche Schulwahl ist sozial ungerecht. Wir wollen allen Kindern, ungeachtet ihrer Herkunft, die Chance geben, optimal ausgebildet zu werden. Aufnahme und Ausschluss von Schülern werden im Gesetz geregelt sein.

These: Die freie Schulwahl widerspricht dem Gemeinschaftsgedanken der Volksschule und torpediert deren Integrationsleistung.
Amacher: Beat Zemp, der Wortführer der Gegnerschaft, unterstützt als Gymnasiallehrer ein System, das Kindern aus der Oberschicht ermöglicht, aufs Gymnasium zu gehen, während Unterschichtskinder weiterhin auf der Realstufe verbleiben. Die Pisa-Studie hat bewiesen: Die Schweizer Volksschule verhindert Durchmischung.

 

These: Wenn Schulen um Eltern buhlen müssen, fliesst mehr Energie ins Marketing statt in die Qualität des Unterrichts.
Amacher: Wenn die Lehrer bereit wären, die Resultate ihrer Schulen bekanntzugeben, könnten Eltern endlich vergleichen und dann sehr einfach und kostengünstig wählen. Eltern wissen sehr rasch, welche Schulen gut sind - die Mundpropaganda funktioniert hervorragend.

 

Anzeige:


These: Die freie Schulwahl unterläuft die vom Stimmvolk gewünschten Reformen zur inhaltlichen und strukturellen Harmonisierung im Bildungswesen.
Amacher: Das Konkordat Harmos, mit dem die Kantone vereinheitlichte Schulsysteme und Lerninhalte anstreben, hat mit der freien Schulwahl nichts zu tun. Hinzu kommt: Laut dem Lehrerverband LCH ist Harmos erst in 20 Jahren auf breiter Basis wirksam.

These: Wenn Privatschulen neu durch Kantone und Gemeinden finanziert werden, steigen die Bildungskosten markant an - zulasten der Steuerzahler.
Amacher: Jedes Kind hat laut Bundesverfassung Anrecht auf unentgeltlichen Unterricht. Momentan kommt dieses Grundrecht nur den Schülern zugute, die eine Staatsschule besuchen. 60 Prozent der Drittklässler benötigen heute teure Sondermassnahmen. Dieses Geld können wir einsparen, wenn man die Schulen dem Kindswohl anpasst und nicht umgekehrt.

These: Eine ungeregelte Schulwahl verunmöglicht die Planbarkeit des Schulwesens: Einzelne Schulhäuser bluten aus, andere platzen aus allen Nähten.
Amacher: In keinem Land hat die Einführung der freien Schulwahl zum Chaos geführt. Im Gegenteil: Überall sind Qualität und Vielfalt gestiegen.

These: Eine wirkliche Auswahl gibt es nur in grösseren Städten, nicht aber auf dem Land - dort entsteht höchstens ein sinnloser «Schultourismus».
Amacher: Die Regierungen schliessen Dorfschulen und errichten aus Kostengründen Mammutschulen. Mit der freien Schulwahl können kleine Schulen von Eltern übernommen und gerettet werden. 70 Prozent der neugegründeten Schulen in Deutschland sind Dorfschulen, die vom Staat geschlossen wurden.

© Beobachter Ausgabe 12 vom 11. Jun 2008 - Alle Rechte vorbehalten

  • Schulzeit

    Einschulung, Hausaufgaben, Nachhilfe und Lerntipps - alles, was Ihrem Kind die Schulzeit erleichtert

    Dossier

created by snowflake productions gmbh