Bewerbungen In 15 Sekunden zum Erfolg

Lebenslauf
Der Lebenslauf ist das Herzstück jedes Bewerbungsdossiers. Er wird in der Regel zuerst angeschaut. Und dieser Ersteindruck ist entscheidend.

Bei schriftlichen Stellenbewerbungen entscheiden wenige Sekunden darüber, ob ein Dossier die erste Selektion übersteht. Was ist zu beachten, damit man nicht schon an der ersten Hürde scheitert?

aktualisiert am 08. Mär 2016 17:37

Was für ein Frust! Schon wieder eine Absage auf eine Stellenbewerbung, und wieder hat es nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch gereicht. Da kommt man schon ins Grübeln und zweifelt an seinen Fähigkeiten. Doch vielleicht liegt der Grund ganz woanders.

Von Personalberatern und in Kursen werden Standards für Formulierungen gepredigt, aus denen sich kaum mehr ablesen lässt, ob ein Kandidat den Anforderungen des Jobs entspricht. Wenn der Lebenslauf die Fähigkeiten aber mehr vernebelt, als sie ins rechte Licht zu rücken, ist das im harten Wettbewerb auf dem Stellenmarkt fatal. Die meisten Arbeitgeber greifen lieber zum nächsten Dossier, als mühsam abzuklären, ob wirklich etwas hinter den Worthülsen steckt.

Der Lebenslauf ist das Herzstück jedes Bewerbungsdossiers. Er wird in der Regel zuerst angeschaut. Und dieser Ersteindruck ist entscheidend: Laut Untersuchungen werden Stellenbewerber innert rund 15 Sekunden aufgrund dieses Papiers einer «Schublade» zugewiesen, aus der es kaum mehr ein Zurück gibt. Selbst wenn der Adressat daraufhin noch das Begleitschreiben (siehe unten «Begleitbrief: Kurz und spritzig») liest, kann der Ersteindruck nicht mehr verändert werden.

Das Ziel der Bewerbungstechnik ist es demnach, von vornherein in die Schublade «interessant» zu gelangen. Den Lebenslauf mit einem auffälligen Äusseren hervorstechen zu lassen, ist jedoch der falsche Weg. Das funktioniert nicht einmal bei jenen Arbeitgebern, bei denen Kreativität zur Kernkompetenz gehört.

Die erste Seite ist entscheidend

In jedem Fall muss der Lebenslauf «super gepflegt und sec» sein, wobei die erste Seite entscheidend ist. Damit muss man Aufmerksamkeit erregen. Das gelingt nur bedingt, wenn der Lebenslauf mit den Personalien beginnt. Das ist für den Arbeitgeber nicht besonders spannend und kann, gerade bei älteren Stellensuchenden, kontraproduktiv sein: Als Erstes sticht der Jahrgang ins Auge. Ein guter Ausweg ist, einen Briefkopf mit den Kontaktdaten zu erstellen. Der sollte dann auf jeder Seite der Bewerbung erscheinen, also auch auf dem Begleitschreiben; das wirkt professionell.

Die Auflistung der Tätigkeiten und Ausbildungen sollte chronologisch sein. Dabei steht zuoberst, was man zuletzt getan hat; das interessiert den potenziellen Arbeitgeber am meisten. Am Schluss der Auflistung kann noch eine Rubrik mit «persönlichen Daten» aufgeführt werden. Dort finden Geburtsdatum, Zivilstand und allenfalls Nationalität ihren Platz.

Als Alternative lässt sich die erste Seite des Lebenslaufs aber auch dazu nutzen, Argumente für sich selber anzuführen. Dabei gilt: nicht ausufern! Wenn der Text zu lang wird, ist er kein Blickfang mehr – die Aufmerksamkeit des Lesenden sinkt. Für die Werbung in eigener Sache eignet sich einer der folgenden Punkte.

  • Auflistung der beruflichen Erfolge: Das ist dann angebracht, wenn die beruflichen Stationen etliche Posten umfassen oder wenig darüber aussagen, welche Fähigkeiten dafür nötig waren.

  • Stärken-Schwächen-Profil: Dabei sollte man Stärken hervorheben, die für den anvisierten Job notwendig sind, und Schwächen zeigen, die einen bei der künftigen Arbeit nicht behindern, sondern vielleicht sogar hilfreich sind. So steht etwa einem Buchhalter die vermeintliche Schwäche, nicht ruhen zu können, bis ein Fehler gefunden sei, nicht schlecht an. Dieses Argumentarium ist aber mit Vorsicht anzugehen: Eigenbild und Fremdbild stimmen oft nicht überein. Am besten fragt man vorgängig Bekannte, ob man mit dem Stärken-Schwächen-Profil richtig liegt.

  • Kurzes Resümee: Das bietet sich insbesondere dann an, wenn in Ihrem Lebenslauf der «rote Faden» einer Berufskarriere nicht einfach zu entdecken ist.

  • Zielsetzung: Wenn man den Einstieg ins Berufsleben noch vor sich hat oder seine Berufsrichtung ändern will, ist das die optimale Form der Argumentation.
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Das Bewerbungsdossier
Umgang mit Lücken im Lebenslauf
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Der erste Telefonkontakt im Bewerbungsverfahren
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Der erste Eindruck zählt

Resümee und Zielsetzung lassen sich gut kombinieren. Das könnte zum Beispiel so lauten: «Bei meiner künftigen Tätigkeit möchte ich meine Verkaufserfahrung und das neu erworbene Marketingwissen einbringen. Dies wäre bei den Aufgaben der Marketingassistenz in optimaler Weise möglich, zudem würde dabei mein Organisationstalent gefordert.» Ein solches Argument sticht ins Auge und zeigt mehrere Fähigkeiten auf einen Blick. Wichtig ist natürlich, dass es wirklich zur anvisierten Stelle passt. Deshalb muss das Argumentarium für jeden Job, für den man sich bewirbt, neu überprüft werden.

Um den Ersteindruck zu optimieren, lässt sich noch mehr aus dem Lebenslauf herausholen. So sollen bei der Auflistung der bisherigen Tätigkeiten und Ausbildungen nicht Zeitraum oder Firmen hervorgehoben werden, sondern die Art der Arbeit oder der Ausbildung. Wichtig ist, dass man eine Tätigkeit nicht nur als ‹Mitarbeit› deklariert, sondern sagt, was man bei diesen Tätigkeiten getan hat. Jeder bisherige Job sollte also einen Titel erhalten, beispielsweise «Produktmanager Haushaltgeräte». Will ein solcher zusätzlich Aufgaben und Leistungen herausstreichen, könnte das etwa so lauten: «Durch gezielte Unterstützung des Aussendienstes mit Produktinformationen konnte der Absatz markant erhöht werden.»

So viel zum Geschriebenen. Doch was wird etwa beim Blättern in einer Zeitung zuerst betrachtet? Die Bilder, nicht der Text. So kann auch im Lebenslauf ein Porträt als zusätzlicher Blickfang oder als Sympathieträger dienen. Ein Muss ist das Foto allerdings nicht. Falls ein Bild verwendet wird, muss es eine professionelle Aufnahme sein. Der Gang zum Fotografen ist also unabdingbar.

Aufnahmen aus Automaten sind ebenso unbrauchbar wie Amateurfotos – etwa Bilder aus den Ferien oder gar von Festivitäten. Der erste Eindruck zählt. Und wenn der negativ ist, kann das Bewerbungsdossier vom Inhalt her perfekt sein, aber es stimmt dann nicht mehr.

Begleitbrief: Kurz und spritzig

Fast ebenso wichtig wie der Lebenslauf ist das Begleitschreiben zu einer Bewerbung. Auch hier erreicht mehr, wer einige Grundregeln beherzigt.

Schreiber von langen Botschaften rauben dem Leser Zeit – und gelten als wenig effizient. Die Hauptregel deshalb: Für den Begleitbrief zu einer Stellenbewerbung muss eine Seite reichen. Kurz, dafür spritzig formuliert – so kommt der Inhalt besser an.

Im Lebenslauf steht ja bereits alles, was es über Ausbildung, Tätigkeiten und Zielsetzungen zu sagen gibt. Eine Wiederholung im individuell abgefassten Begleitschreiben würde den möglichen neuen Arbeitgeber nur langweilen. Primär sollte darin die Motivation dargelegt werden, weshalb man sich für eine Stelle interessiert. Nur zu schreiben, «ich bewerbe mich auf die Stelle, weil sie mich interessiert», ist zu dürftig. Vielmehr soll man versuchen, dem Stellenanbieter schmackhaft zu machen, welchen Mehrwert man ihm als neuer Mitarbeiter bieten kann. Das zeigt auch, dass man sich mit der ausgeschriebenen Stelle auseinandergesetzt hat.

Bei vielen Jobs dürfte man sich jedoch schwer tun, einen solchen Mehrwert zu formulieren. Dann hilft es, sich beim Abfassen des Begleitschreibens zu fragen: Was erwarten die von mir? Weshalb bin ich die richtige Person dafür? Dabei sollten die eigenen Bedürfnisse zurückgestellt werden. Briefe mit lauter «Ich will»-Botschaften sprechen keinen Arbeitgeber an.

Vom Aufbau her genügen für den Begleitbrief in der Regel drei Abschnitte:

  • Bewerbungsgrund: Einleitend wird erklärt, weshalb man sich für eine Stelle bewirbt und möglichst auch, wie interessant man die Firma findet. Masslose Übertreibungen helfen allerdings nicht, es sollte ehrlich klingen.

  • Persönliche Motivation: Im zweiten Abschnitt wird beschrieben, was die persönliche Motivation ist, im fraglichen Unternehmen zu arbeiten, und weshalb man überzeugt ist, die richtige Kandidatin, der richtige Kandidat zu sein.

  • Ans Ende gehört die Schlussformel: der Hinweis darauf, dass man sich über eine Reaktion freuen würde. Falsch ist, wenn man Bedingungen stellt oder drängt. Denn keinesfalls darf der Eindruck entstehen, dass man am Verzweifeln ist und den Job unbedingt und raschmöglichst will – das wäre kontraproduktiv.

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Autor:
  • Fred Frohofer
Bild:
  • Thinkstock Kollektion