Ausländer: Einzug ins Parlament

Text:
  • Beat Grossrieder
Ausgabe:
25/00

«Fantastique», kommentieren José Bernal und Giuseppe Natale die Resultate der Kommunalwahlen in Delémont. Bernal und Natale sind zwei von 170 Kandidaten, die sich um die 51 Sitze bewarben. Beide wurden mit je über 1700 Stimmen gewählt – obwohl sie Ausländer sind.

In Delémont traten vor zwei Wochen sieben Personen ohne Schweizerpass zur Wahl an, was – bisher einzigartig in der Schweiz – in jurassischen Städten durch eine Gesetzesänderung möglich wurde (Beobachter Nr. 24). Vier der sieben Nichtschweizer schafften die Wahl: Neben dem Spanier Bernal und dem Italiener Natale erreichten auch die Italiener Francesco Prudente und Raffaele Scarciglia die nötige Stimmenzahl.

Giuseppe Natale findet es «formidable», dass auf Anhieb vier von sieben Ausländern gewählt wurden. Nun sind die Ausländer im 51-köpfigen Stadtrat mit rund acht Prozent vertreten, was «ein schöner Anfang» sei, wie Natale meint. Auch José Bernal ist begeistert: «Ich dachte, höchstens zwei oder drei würden es schaffen», sagt der Neugewählte, der seinen Sieg am Wahlsonntag mit Parteifreunden «bis morgens um vier» gefeiert hat.

Selbst die Nichtgewählten sind zufrieden: Die Italienerin Filomena Torchia, die rund 800 Stimmen erhielt, spricht von «einer positiven Erfahrung»: «Ich freue mich für die anderen Italiener, die es geschafft haben. Und vielleicht probiere ich es in vier Jahren noch einmal.»

© Beobachter Ausgabe 25 vom 08. Dez 2000 - Alle Rechte vorbehalten

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