Auto
Verdrehte Tatsachen
Fiat Schweiz wirbt für das Erdgasauto Punto Bipower mit einem Drehzahlmesser, der gar nicht eingebaut wird.

(Bild: Christian Flierl)
Die Umwelt schonen und auch noch Geld sparen: Es gibt gute Gründe für den Kauf eines Erdgasautos. Dass der Fiat Punto Bipower laut Ausschreibung serienmässig über einen ausgefeilten Bordcomputer und über einen Drehzahlmesser verfüge, überzeugte den Breitenbacher Hans Mayr zusätzlich. Er beschloss vor einem Jahr, das 18450 Franken teure Auto zu bestellen.
Im Juni 2004 wurde der Bipower in einer Flotte von 40 gleichen Modellen aus Italien angeliefert. Doch es fehlten der versprochene Drehzahlmesser wie auch der Bordcomputer.
«Manchmal modifiziert das Werk in Italien Modelle, ohne die Länderniederlassungen darüber zu informieren», versucht Roger Calisi, Markenverantwortlicher Fiat bei Fiat Schweiz, das Fehlen der Teile zu erklären. «Gerade wegen solcher Fälle behält sich Fiat Änderungen in Ausstattung und Preis vor.» Allerdings ist in den Vertragsbedingungen von «unerheblichen Unterschieden» die Rede – was auf Instrumente im Wert von 1150 Franken wohl kaum zutreffen dürfte.
Laut dem Fiat-Firmensprecher Carmelo Cardaci liegt der Fehler nicht beim Werk. Nur auf der Website stimme nicht alles. «Die falschen Angaben finden sich nur dort, die Preisliste selbst ist korrekt. Die Website werden wir natürlich sofort ändern», sagt Cardaci.
Bleibt die Tatsache, dass Fiat den Bipower monatelang mit falschen Angaben beworben hat. Obwohl seit Anfang Juni 2004 bekannt war, dass der Erdgaswagen serienmässig weder mit Drehzahlmesser noch mit Bordcomputer ausgerüstet ist.
© Beobachter Ausgabe 18 vom 02. Sep 2004 - Alle Rechte vorbehalten









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