Beobachter-Fall: Spätes Geld für Zeckenbiss
Ursula Keller fand nach langem Leiden endlich einen Arzt, der sie gesund machte. Doch die Krankenkasse Kuko wollte nicht bezahlen. Erst vor Gericht kam die Patientin zu ihrem Recht.

Eineinhalb Jahre pilgerte Ursula Keller von Arzt zu Arzt, doch keiner konnte ihr helfen. Was ihr blieb, waren die Ungewissheit und ihre Sehstörungen, die Gelenkschmerzen, der Schwindel, das starke Kopfweh und die Erschöpfung. Der Beobachter-Fall wurde im Herbst 1998 in der TV-Sendung «Quer» ausgestrahlt.
Durch Zufall stiess Ursula Keller auf einen Zürcher Zeckenspezialisten, der eine Lyme-Borreliose feststellte ausgelöst durch einen Zeckenbiss. Die Behandlung mit starken Antibiotika zeigte bei der passionierten Joggerin Wirkung. Doch ihre Krankenkasse, die Kuko, wollte jetzt nicht mehr bezahlen. Es sei nicht sicher, dass die Patientin tatsächlich unter einer Zeckeninfektion gelitten habe.
Ursula Keller verstand die Welt nicht mehr. Endlich hatte sie ein Arzt geheilt, und ausgerechnet seine Rechnungen wollte die Krankenkasse nicht übernehmen. Die Versicherte prozessierte und bekam jetzt vom Sozialversicherungsgericht Zürich Recht: Die Kuko, heute Innova, musste mehr als 7000 Franken nachzahlen. Ursula Keller zu ihrem dreijährigen Clinch mit der Kasse: «Es ist nicht fair, dass die Kasse auf eine Patientin losgeht, wenn sie mit der Arztrechnung nicht einverstanden ist. Aber es hat sich immerhin gelohnt, dass ich mich gewehrt habe.»
© Beobachter Ausgabe 24 vom 24. Nov 2000 - Alle Rechte vorbehalten









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