Editorial: Beobachter first!
Redaktion und Chefredaktion des Beobachters nehmen Stellung zur Übernahme der Jean Frey AG durch die Privatbank Swissfirst.
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Bild: Gian Vaitl
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Es war fast ein Geburtstagsgeschenk was den Zeitpunkt betrifft. Knapp eine Woche nach der 75-Jahr-Feier des Beobachters meldete sich die Schweizer Privatbank Swissfirst als neue Besitzerin der Jean Frey AG, zu der auch der Beobachter gehört. Und das bedeutet: Die Basler Mediengruppe tritt ihre Verlagsrechte am Beobachter nicht wie angekündigt ans Verlagshaus Ringier ab, sondern an eine Investmentbank.
Man kann sich den Inhalt von Geschenken bekanntlich nicht auswählen. So auch im vorliegenden Fall: Die Privatbank will nicht selber ins Verlagsgeschäft einsteigen, sondern handelt Überraschung! Überraschung! für eine Reihe noch unbekannter Investoren. Wem der Beobachter in Zukunft tatsächlich gehören wird, ist also offen.
Ein unhaltbarer Zustand. Wer wie der Beobachter regelmässig Filz kritisiert und Transparenz fordert, kann nicht im eigenen Haus unklare Verhältnisse dulden. Wir verlangen deshalb, dass die Namen der Investoren bekannt werden. Der Beobachter lebt von seiner hohen Glaubwürdigkeit und vom Vertrauen, das ihm seine Leserinnen und Leser entgegenbringen. Und dieses Vertrauen darf man nicht aufs Spiel setzen. Denn der Beobachter ist mehr als eine Zeitschrift; er ist eine nationale Institution, eine moralische Instanz und als solche nicht käuflich. Unsere oberste Maxime bleibt deshalb auch inskünftig die Beobachter-Philosophie: Wir engagieren uns für einen politisch unabhängigen und mutigen Beobachter wachsam und besorgt um alles, was diese Institution bereits seit 75 Jahren so einzigartig macht.
Das ist unser Versprechen an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Das Beobachter-Team wird sich weiterhin für Gerechtigkeit und Fairness einsetzen. Es will sich auch in Zukunft für die Anliegen und Rechte seiner Abonnentinnen und Abonnenten engagieren. Unser Ziel ist nicht der kurzfristige Shareholder-Value. Der Redaktion liegt etwas anderes am Herzen. Nämlich das, was der Beobachter-Gründer Max Ras vor 75 Jahren versprochen hat: Wir werden in unserem Kampf für die Beobachter-Ideale «nach niemandes Pfeife tanzen».
Redaktion und Chefredaktion des
Schweizerischen Beobachters
© Beobachter Ausgabe 4 vom 22. Feb 2002 - Alle Rechte vorbehalten











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