Editorial: Erfolgreich alles falsch gemacht

Text:
  • Balz Hosang
Ausgabe:
18/03

«Gerade weil der Beobachter seinen Idealen treu bleibt, darf er optisch nicht stehen bleiben»

Soeben hat mir ein Beobachter-Leser am Telefon zünftig

den Tarif erklärt: «Der Beobachter war früher

nie derart verletzend.» Die Schelte kam fast gleichzeitig

mit der Forderung eines anderen Lesers: «Ihr könntet

ruhig wieder angriffiger und kritischer werden.» Den

einen sind wir «zu wenig humorvoll», andere möchten

gerne «mehr ernsthafte Themen» behandelt sehen.

Einige beklagen, dass der Beobachter «zu viel Werbung»

hat, andere fordern «mehr Beratung». Trotz aller

Kritik ist die Leserschaft des Beobachters auf über eine

Million gestiegen, und sie wächst weiter. Alles kann

also nicht falsch sein.

Mit der vorliegenden Ausgabe schliesst der Beobachter seine

gestalterische Auffrischung ab, die er über Monate in

kleinen Schritten realisiert hat. Ich denke, dass wir auch

damit bei unseren Leserinnen und Lesern nicht nur Lob ernten

werden. Dabei haben Art Director Martina Mayer und ihr Team

grossartige Arbeit geleistet: Sie geben den bewährten

Beobachter-Inhalten einen moderneren, zeitgemässen Rahmen.

Ich bin überzeugt: Gerade weil der Beobachter seinen

alten Idealen treu bleiben will, darf er im Erscheinungsbild

nicht stehen bleiben.

Mit der sechsten Verleihung gehört der Prix Courage

bereits zu den tragenden Säulen des Beobachters. Auch

hier reden unsere Leserinnen und Leser mit: Sie bestimmen

mit, wer für sein mutiges Verhalten ausgezeichnet werden

soll. Wir unterbreiten Ihnen dazu zehn Vorschläge (Siehe

Artikel zum Thema «Mut wird belohnt») und hoffen

auf ein reges Echo: Wer sich an der Wahl beteiligt, hat die

Chance, am Galaabend und an der Preisverleihung mit dabei

zu sein.

Zuletzt noch einen Blick auf den Schluss unseres Hefts.

Dort lernen Sie Martin Hauzenbergers spitze Feder kennen.

Der Journalist und Liedermacher lässt sich von aktuellen

Pressebildern zu gedanklichen Ausflügen verleiten (Siehe

Artikel zum Thema «Ansichtssache»). Ich freue mich

mit Ihnen, wenn Sie künftig die Beobachter-Lektüre

mit einem Schmunzeln beenden. Und falls Sie sich mal ärgern,

werden Sie uns bestimmt schreiben.

© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten

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