Engpass in Kloten: Zwischenlandung im Hotelbett
Engpässe am Flughafen Kloten erfreuen die Hoteliers: Verspätete Reisende werden in Hotels platziert – sogar bis zum Schwarzwald.
Verkehrsstaus gibts nicht nur am Gotthard, sondern auch in Kloten: 43000 Transitreisende verpassen jährlich wegen Verspätungen am Unique Airport den Anschlussflug und müssen eine Nacht im Hotel verbringen. 12 Millionen Franken fliessen so pro Jahr in die Hotelkassen. Meist werden die Gestrandeten in der Umgebung untergebracht, an Spitzentagen aber warten bis zu 900 Passagiere auf ein Nachtquartier, so dass in Flughafennähe oft nichts mehr frei ist. «Dreimal pro Woche müssen Passagiere auf dem Weg zum Hotel mehr als eine halbe Stunde fahren», sagt Daniel Weder vom Projekt zur Verbesserung der Pünktlichkeit bei der SAir.
So werden auch Hotels in Luzern, Egerkingen oder Basel angefahren oder gar im Schwarzwald. Das bedeutet eine dreistündige Fahrt zu nächtlicher Stunde. Nicht selten ist am Morgen die Anschlussmaschine bereits in der Luft, wenn die Reisenden wieder in Kloten eintreffen. Deshalb bietet die SAir Group für Destinationen wie Stuttgart, Lugano oder München auch eine Alternative an: Die Verspäteten steigen in den Mietwagen oder ins Taxi. Diese Spesen werden, zumindest im Umfang der Hotelkosten, auch vergütet. Und die Passagiere sind oft rascher am Ziel als per Flugzeug.
© Beobachter Ausgabe 9 vom 27. Apr 2001 - Alle Rechte vorbehalten









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