Getränkepreise
Schwer zu schlucken
Kleinere Getränkehändler klagen, dass Feldschlösschen sie preislich benachteilige.

(Bild: Feldschlösschen)
Feldschlösschen Getränke zockt uns Kleine ab», empört sich Heinz Imhof über die Zuschläge, die der Marktleader seit Anfang dieses Jahres erhebt. Wer nicht mindestens fünf Paletten mit je 32 Harassen bezieht, muss 20 Franken hinblättern – pro nicht bezogene Palette. «Für uns ist es unmöglich, diese Mindestmenge immer zusammenzubringen», sagt Getränkehändler Imhof, der über wenig Lagerraum verfügt. Sauer stösst zudem auf, dass die Zuschläge durch die Hintertür eingeführt worden sind – kommentarlos aufgeführt auf einer Preisliste.
Als «klar und deutlich» bezeichnet hingegen Feldschlösschen-Sprecher Stefan Kaspar die Verbreitung dieser Information. Den Aufschlag begründet er mit den Lieferkosten. «Als Gegenleistung für die vorteilhaften Einkaufsbedingungen bei uns erwarten wir, dass die Getränkehändler gewisse logistische Mindestanforderungen erfüllen.» Von Abzockerei könne nicht die Rede sein.
Wird Bier diesen Sommer teurer?
Die Mengenanforderungen für die günstigen Lieferbedingungen erfüllen viele Händler nicht. «Von den Zuschlägen betroffen sind Depots mit bis zu zehn Angestellten», sagt Renato Stauffer vom Verband Schweizerischer Getränkegrossisten (VSG). Laut Verbandsschätzung bekommen jedes zehnte Mitglied und all jene Kleinhändler, die nicht zum VSG gehören, den Aufpreis zu spüren.
Wird das Bier jetzt also zum durstbringenden Sommer hin teurer? Für die Händler schon. Feldschlösschen erhöhte die Bierpreise um drei Prozent. Egal, um welche Menge es sich handelt.
© Beobachter Ausgabe 8 vom 15. Apr 2004 - Alle Rechte vorbehalten









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