Handys: Teure Gespräche unter Palmen

Text:
  • Colette Schneider
Ausgabe:
14/00

Wer in den Auslandsferien nicht aufs Handy verzichten will, sollte sich über Gebühren und Verbindungen genau informieren. Sonst kanns böse Uberraschungen geben.

Sonne, Strand und Meer. Idylle pur. Hans Meiers Handy klingelt. Meier gerät am Natel ins Schwärmen und vergisst dabei, dass nicht nur der Anrufende, sondern auch er Gebühren bezahlt für dieses Gespräch. Nach dem Urlaub kommt das böse Erwachen: Die Natelrechnung ist um einiges höher als üblich. Wenn Hans Meier in Zukunft einige Punkte beachtet, kommt ihn die nächste Mobiltelefonrechnung mit Roaming – so die Fachbezeichnung für Mobiltelefonie auf Fremdnetzen – billiger zu stehen.

Handybesitzer vergessen gern, dass bei grenzüberschreitenden Mobilfunktelefonaten doppelte Gebühren anfallen – für das Schweizer und für das ausländische Netz. Auch wenn man wie Meier im Ausland angerufen wird, entstehen Kosten: Der Anrufer zahlt die Gebühr im Schweizer Netz, der Empfänger muss die Kosten fürs Auslandsnetz tragen.

Gespräche nein, Rechnung ja
Wenn Sie unter Palmen erreichbar sein möchten, empfiehlt sich vorher eine Abklärung, ob mit Ihrer Prepaid Card (Karte ohne feste Grundgebühr) oder mit Ihrem Abonnement überhaupt im Ausland telefoniert werden kann.

Tipp 1:
Erkundigen Sie sich via Internet oder Hotline, ob Ihr Abo oder Ihre Prepaid Card für die Nutzung im Ausland freigeschaltet ist.

Diax, Swisscom und Orange arbeiten im Ausland mit verschiedenen Partnern zusammen. «Wir haben mit über 100 Ländern ein Abkommen», sagt Swisscom-Pressesprecher Sepp Huber. Die beiden Konkurrenten Diax und Orange haben in je etwa 70 Ländern Roaming-Verträge mit Anbietern – die Anzahl der Abkommen erhöht sich ständig.

In Japan und in einigen Gebieten der USA gebe es allerdings Schwierigkeiten, weil die Frequenzen verschieden sind, warnt Swisscom ihre Kunden. Auch Diax und Orange ist dieses Problem bekannt.

Tipp 2:
Klären Sie ab, ob Ihr Urlaubsziel auf der Roaming-Liste Ihres Anbieters steht.

Wer nicht aufpasst, zahlt im Ausland teilweise für Gespräche, die er gar nicht geführt hat. Das kann geschehen, wenn Anrufe auf der Sprachbox landen, weil der Handybesitzer die falsche Anrufumleitung (etwa auf Optionen «wenn nicht erreichbar» und «wenn besetzt») aktiviert hat. Der Anruf wird dann zuerst aufs Natel und anschliessend zurück auf die Sprachbox geleitet.

Tipp 3:
Vergessen Sie nicht, die Anrufumleitung zu programmieren. Schalten Sie den Anrufbeantworter aus oder programmieren Sie das Handy auf «alle Anrufe umleiten», so dass der Anruf gar nicht erst ins Ausland geht.

Damit die Sprachbox überhaupt abgehört werden kann, ist eine Uberprüfung der Rufnummer sinnvoll. Vergewissern Sie sich, ob diese auch wirklich mit der internationalen Vorwahl gespeichert ist. Ausserdem sollten Sie die Pin-Nummer Ihrer Sprachbox auswendig lernen.

Tarife vergleichen lohnt sich
Erkundigen Sie sich zudem bei Ihrem Anbieter über die Tarife der Partnerfirmen in Ihrem Ferienort. Wenn es mehrere Partner sind, lohnt sich ein Preisvergleich. Die einzelnen Netze können Sie manuell auf dem Handy auswählen.

Tipp 4:
Besorgen Sie sich eine Tarifübersicht und wählen Sie das örtliche Netz immer manuell.

Und noch ein wichtiger Punkt, falls Sie in tropischer Hitze mit Ihrem Handy telefonieren wollen: Denken Sie daran, das Aufladegerät einzupacken – mit dem fürs Ferienland passenden Adapterstecker!

© Beobachter Ausgabe 14 vom 07. Jul 2000 - Alle Rechte vorbehalten

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