Internet
Mein Name gehört mir
Internet-User hinterlassen beim Chatten oft zu viele Angaben über ihre Person. Wer clever ist, bleibt anonym.
Beim Chatten kriegt man schnell Antwort, auch bei Fragen zu den Hausaufgaben», weiss die erfahrene Chatterin Nina Süsstrunk. Praktische Sache, so ein Chat - unbedacht sollte man sich trotzdem nicht darin bewegen: «Wenn man in einem Chatroom Persönliches preisgibt, darf man sich nicht wundern, wenn es nachher unangenehm wird», meint Steve Iseli. Es droht Telefonterror oder noch Schlimmeres. Deshalb der Rat der beiden: in Chats, Foren oder beim Bloggen weder Name, Adresse noch Telefonnummer angeben - ebenso wenig E-Mail-Adressen, in denen der Familienname erkennbar ist.
Süsstrunk und Iseli wissen, wovon sie reden: Sie bezeichnen sich als «heavy Internetnutzer» und gehören zur «Tankstelle Nidau», die bereits zweimal die so genannte WG-Battle auf dem Studentenportal www.students.ch gewonnen hat. Dort treten Wohngemeinschaften bloggend gegeneinander an.
«Mit gesundem Menschenverstand spürt man, bei welchen Internetdiensten man seine Identität nicht preisgeben darf», findet Steve. «Auch im realen Leben zeigt man ja nicht jedem x-Beliebigen seine Identitätskarte.» Seine Empfehlung: eine falsche Identität annehmen. Allerdings lassen sich die Verantwortlichen von einigen Plattformen nicht so einfach einen Bären aufbinden. «Der Provider GMX etwa überprüft bei der Anmeldung, ob die angegebene Wohnadresse existiert», so Thierry Thiémard, auch er «Tankstelle»-Mitglied. Sein Tipp: eine Anschrift eingeben, die es tatsächlich gibt, aber nicht die eigene.
Wenn nicht unbedingt nötig, gibt auch Mitbewohner Michael Lattrell keine persönlichen Daten bekannt. Entsprechend vorsichtig geht er mit seiner regulären E-Mail-Adresse um: Die gibt er nur Freunden weiter oder nutzt sie «beispielsweise bei einer Bewerbung». Unbekannte werden von ihm höchstens mit einer anonymen Adresse bedient.
Gratiskonto leicht gemacht
Eine solche besorgt man sich bei einem Gratisdienst. Jedoch: Kaum einer dieser so genannten Freemailer überzeugt wirklich. Eine Ausnahme bildet www.gmx.net. Dort hat die Mailbox genug Kapazität (1 Gigabyte); es lassen sich auch grössere Mailanhänge versenden (bis 20 Megabytes). Und: Der Spamfilter ist einwandfrei.
Für den täglichen Gebrauch sind Webmails aber nervig, weil man sich auf einer Seite voller Werbung einloggen muss, nur um mal schnell mailen zu können. Das muss nicht sein: Viele Gratisdienste lassen sich als so genannte POP3-Mailbox nutzen - also übers gewöhnliche Mailprogramm. Das geht so (hier am Beispiel von GMX, bei anderen funktioniert es ähnlich. Die notwendigen Angaben anderer Anbieter entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Link «Liste mit POP3- und SMTP-Servern»):
- Auf www.gmx.net/... eine GMX-Adresse registrieren («Basispaket»).
- Je nach eigenem Mailprogramm unter «Extras» beziehungsweise «Einstellungen» den Eintrag «E-Mail-Konten» anwählen.
- Ein neues Konto erstellen und dabei den Typ «POP3» auswählen - als Servername «pop.gmx.net» eingeben. Beim SMTP-Server verwendet man jenen Server, den man bei der bestehenden Mailadresse benutzt, oder man setzt «mail.gmx.net» ein.
- Unter «Benutzername» beziehungsweise «Konto-ID» muss die Kundennummer eingegeben werden. Sie findet sich nach dem Einloggen auf www.gmx.net/... unmittelbar unter der eigenen E-Mail-Adresse.
- Nun sind noch Passwort, Mailadresse sowie ein Name einzusetzen - aber nicht der eigene, man will ja anonym bleiben.
- Werden diese Angaben gespeichert, können mit dem eigenen Mailprogramm GMX-Mails gesendet und empfangen werden - gratis und werbefrei.
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© Beobachter Ausgabe 9 vom 26. Apr 2006 - Alle Rechte vorbehalten









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