Internetanschluss
Da klingelt die Kasse
Die Swisscom kündigte 200 Firmen den Internetanschluss – ein neues, fast identisches Angebot kostet nun dreimal mehr.

(Bild: Roberto Ceccarelli)
Die Swisscom beherrscht neuerdings die Kunst der wundersamen Geldvermehrung: Statt monatlich 80000 Franken spült es der Ex-Monopolistin neu 260000 Franken in die Kasse – für eine vergleichbare Leistung.
200 Firmen erhielten die Kündigung für ihren Internetanschluss sowie ein «Migrationsangebot»: Die neue Lösung bietet – nebst von vielen Kunden nicht gewünschten Zusatzleistungen – dasselbe wie die alte, soll aber rund dreimal mehr kosten. «Infolge einer Angebotsoptimierung» werde der Service eingestellt, heisst es im Kündigungsschreiben. «Ein technisches Argument dafür, dass wir mit dem alten Angebot aufhören, gibt es nicht», sagt Swisscom-Sprecher Josef Frey. Begründet wird der «Klassenwechsel» einzig damit, dass das bisherige Angebot durch ADSL-Technologie ersetzt werden soll. Da ADSL noch nicht flächendeckend eingeführt sei, müsse mit einer teureren Lösung überbrückt werden.
Zwar steht in den alten Verträgen, dass ein «Technologiewechsel keine negativen Auswirkungen auf den Preis hat». Doch diese Klausel entfällt mit der Kündigung. «Zuerst wollte die Swisscom uns gar einen Vertrag zu einem rund viermal höheren Preis unterjubeln», sagt Dietmar Lembke, Inhaber einer Computerfirma in Oberägeri. Davon ist die Swisscom abgekommen: «Wir haben beschlossen, einen Rabatt von 20 Prozent zu gewähren», sagt Frey.
Doch selbst so belaufen sich die Mehrkosten auf gut 10000 Franken pro Jahr. Lembke hat die Konsequenzen gezogen. «Unsere Handyabos haben wir bereits gekündigt.»
© Beobachter Ausgabe 26 vom 24. Dez 2003 - Alle Rechte vorbehalten









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