Kranke Beamte im Gesundheitsamt
Elektrosmog ums Haus, Gifte im Gebäude: Beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Köniz ist die halbe Belegschaft erkrankt.

Jetzt ist es wissenschaftlich erwiesen: Wer beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Köniz BE arbeitet, gefährdet seine Gesundheit. Seit die Abteilung «Epidemiologie und Infektionskrankheiten» diesen April ins Gebäude eines Kabelhändlers eingezogen ist (Beobachter 13/99), klagen die Mitarbeiter über gesundheitliche Beschwerden. Der Grund: Nur 15 Meter von der Fassade entfernt befindet sich eine Starkstromleitung der SBB und eine (illegal vergrösserte) Natelantenne von Diax. Eine weitere Natelstation auf dem Dach und ein Mix von Baugiften in der Luft runden den krank machenden Cocktail ab.
Die Betroffenen protestierten, verlangten Messungen und gar den Umzug in ein anderes Gebäude. Doch das Amt blockte ab. Nun haben die BAG-Spezialisten (im selben Haus residiert auch die Abteilung «Öffentliche Gesundheit»!) auf eigene Faust Messungen erstellt. Die Resultate sind schockierend: In der Luft liegt Benzol, ein krebserregender Giftstoff der Klasse 1, sowie Formaldehyd und weitere Gase in Mengen, die die hauseigenen Grenzwerte des BAG und jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO) übersteigen.
Eine Umfrage unter den Angestellten zeigte: 54 Prozent leiden an Ubelkeit, Schwindel und Atemnot, 76 Prozent fühlen sich am Arbeitsort unwohl, der Arbeitsausfall beträgt monatlich 50000 Franken. Empfehlung der Stiftung Warentest, die die Studie begleitete: «Als letzte Lösung bleibt nur der Umzug des Betriebs.»
© Beobachter Ausgabe 20 vom 01. Okt 1999 - Alle Rechte vorbehalten









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