Occasionen

Topvelos für ein Taschengeld

Text:
  • Denise Battaglia
Ausgabe:
9/01

Das Angebot an Gebrauchtvelos an Velobörsen lässt selbst anspruchsvollen Fahrern die Herzen höher schlagen. Doch Vorsicht: Die Schnäppchenjagd birgt auch Risiken. Auf diese Punkte sollten Sie beim Kauf von Occasionen achten.

Heute gibt es für jeden Geschmack, jeden Einsatzbereich und jeden Geldbeutel ein Gebrauchtvelo: Vom City-, Trekking- oder Mountainbike über den Renner bis hin zum guten alten Dreigänger ist so gut wie alles zu haben.

 

Auch Eltern finden für ihren Sprössling auf dem Occasionsmarkt das passende Fahrrad. Der Grund: Die Kleinen wachsen schneller, als sich die robusten Stahlrösser abnutzen. Also erfolgt auch der Besitzerwechsel häufiger als bei Erwachsenenvelos.

 

Doch auf dem Occasionsmarkt ist Vorsicht geboten: Bei der Vielfalt an Produkten ist es für Laien schwer, den Überblick zu behalten. Schon bei den Preisen sind die Unterschiede gewaltig. Blätterte man vor zehn Jahren selten mehr als 200 Franken für ein gebrauchtes Velo auf den Tisch, stösst man heute auf Verkaufspreise bis zu mehreren tausend Franken. Zudem werden auf Velobörsen längst nicht mehr nur verlotterte Kaufhausmodelle aus vergangenen Jahrzehnten feilgeboten, sondern auch modernstes Rollmaterial. Und zusätzlich erschwert wird der Kaufentscheid durch die Tatsache, dass die Velos heute mit den unterschiedlichsten Komponenten aus- und nachgerüstet werden.

 

Neue Bikes zu Occasionspreisen

Velos der mittleren und der oberen Preisklasse büssen jährlich etwa 500 Franken ihres Neuverkaufswerts ein. Mit etwas Geduld finden Interessierte durchaus auch neuwertige Bikes, die für die Hälfte des Neupreises angeboten werden.

 

Immer einen Besuch wert sind Börsenhäuser und Recyclingwerkstätten, die in allen grösseren Städten zu finden sind. Günstig zu einem Fahrrad kommt man bei den Velostationen, die kaputte Fahrräder wieder auf Vordermann bringen.

 

Gute und moderne Fahrräder gibt es auch bei den SBB. Immer Ende Jahr scheiden die Bundesbahnen rund einen Drittel ihrer gesamten Mietveloflotte aus. Die SBB-Velos sind höchstens drei Saisons alt – entsprechend gross ist der Ansturm der Interessierten. «Letztes Jahr haben die Leute einander die Velos fast aus den Händen gerissen», sagt Pressesprecher Roland Binz. Bereits am ersten Verkaufstag seien rund 80 Prozent der Velos verkauft gewesen. Am Verkaufsstag früh aufstehen, heisst also die Devise.

© Beobachter Ausgabe 9 vom 27. Apr 2001 - Alle Rechte vorbehalten

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