Ökotest: Nur jedes dritte Mittel putzt sauber

Mitarbeit:
  • Doris Huber
Ausgabe:
18/99

Nur 20 von 53 Putzmitteln sind einigermassen ökologisch, weil sie die Gesundheit und die Umwelt wenig belasten. Dies ergab ein Test der Stiftung für Konsumentenschutz.

Wollte man den Herstellern glauben, müsste man sich einen Schrank voller Putzmittel halten – ein Mittel für die Badezimmerplättli, eines fürs Klo, wieder ein anderes für den Küchenboden, ein weiteres für den Backofen und so weiter.

Nötig ist aber «nur ein Bruchteil der unglaublichen Menge an Reinigern», schreibt die Stiftung für Konsumentenschutz SKS in ihrem neusten Ratgeber «Putzen ohne Chrampf und mit wenig Chemie». Tatsächlich ist man allem Schmutz im Haushalt mit einer Handvoll Putzmittel gewachsen. Es sind dies Allzweckreiniger, Schmierseife, Scheuermittel, Glasreiniger, Abwaschmittel und Essig.

Allerdings steht man als kritische Konsumentin auch nach dieser Beschränkung noch vor der Qual der Wahl. Denn allein von den Allzweckreinigern gibt es gut und gern 25 bis 30 verschiedene Produkte. Und viele Hersteller werben mit Bezeichnungen wie «biologisch abbaubar», «öko» oder «umweltfreundlich». Wie findet man denn nun das schonendste Produkt?

Die SKS hat 53 Putzmittel getestet und kommt zu einem ernüchternden Resultat: Nur gerade 20 Produkte belasten Umwelt und Gesundheit «gering». So haben zum Beispiel bei den Allzweckreinigern Bionatura, Cif Gel Poly-Activ, C-Suso Citron, Flup, Frosch, Held und Sipuro den Test gut bestanden. 19 Produkte verursachen gemäss SKS-Test eine «mittlere» Belastung. Der grosse Rest – also über ein Viertel der Prüflinge – liess sich nicht abschliessend beurteilen, weil die Hersteller über die Inhaltsstoffe ihrer Produkte ungenügend informierten.

Der Test räumt auch mit einem Vorurteil auf: Ökoreiniger sind weder teurer noch schlechter als herkömmliche Putzmittel. In einem Praxistest mit einem zähen Flecken aus Russ, Öl und Benzin erwiesen sich die gut abbaubaren Allzweckreiniger den normalen als ebenbürtig. Umgerechnet auf die Dosierung sind Ökoreiniger sogar oft günstiger, weil sie nicht so stark mit Wasser verdünnt sind wie normale Putzmittel.

Schliesslich hilft der Ratgeber ein weiteres Vorurteil zu korrigieren: Umweltfreundlich putzen ist nämlich weder kompliziert, noch verlangt es detaillierte Materialkenntnisse. Es lässt sich mit folgenden Massnahmen einfach bewerkstelligen:

  • auf Spezialreiniger verzichten
  • das Putzmittel richtig dosieren
  • Konzentrate verwenden
  • Nachfüllpackungen bevorzugen.

Zusammen mit einiger Gelassenheit gegenüber höchsten Sauberkeitsansprüchen putzt man so ohne Chrampf.


Hier erhalten Sie den Putzmitteltest

Der Putzmitteltest mit dem Ratgeber «Putzen ohne Chrampf und mit wenig Chemie» kostet zehn Franken (ohne Porto). Beobachter-Leserinnen und -Leser erhalten ihn für acht Franken (Vermerk «Beobachter» bei der Bestellung).

Bestellen bei:
Stiftung für Konsumentenschutz SKS
Postfach, 3000 Bern 23
Telefon 031/307 40 40
Fax 031/372 00 27.

© Beobachter Ausgabe 18 vom 03. Sep 1999 - Alle Rechte vorbehalten

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