Online-Angebote: Wer @ sucht, der findet
Das Internet hält für künftige Eigenheimbesitzer mehr bereit als nur Immobilieninserate. Der Beobachter hat sich im World Wide Web umgesehen. Hier die wichtigsten Angebote.

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Majestätische Bäume, eine gepflegte Parklandschaft, darin eingebettet Häuser mit luxuriösen Wohnungen. Wer in der Siedlung Park Hochwacht in Winterthur eine Wohnung kauft, kann schon vor Baubeginn den Blick vom Balkon über den Park schweifen lassen oder durch die künftigen vier Wände spazieren. Filmanimationen im Internet, bestehend aus dreidimensionalen Computermodellen und Aufnahmen aus dem echten Park, machen es möglich. «Das Internet wird für den Immobilienverkauf immer wichtiger und ist aus dem professionellen Immobilienmarketing nicht mehr wegzudenken», sagt Stefan Stadler, Verantwortlicher für Verkauf und Marketing bei Mobimo in Zollikon, die auch die Winterthurer Wohnungen anbietet.
Stadler weiss, wovon er spricht: Erst kürzlich hat er Terrassenhäuser am Zürichsee ohne Zeitungsinserate verkauft. Und auch für zwei weitere Wohnsiedlungen in der Planungsphase verlässt er sich aufs World Wide Web. Wenige, aber gezielte Inserate sollen die Kunden vor den Computer locken. Und wer einen Verkaufsprospekt bestellt, erhält stattdessen eine CD-ROM. Darauf finden sich nicht nur virtuelle Rundgänge durch die künftigen Eigenheime, sondern auch Grundrisse, Preislisten und Baubeschriebe. Der Verzicht auf Prospekte und Printinserate rechnet sich. Zwischen 20000 und 40000 Franken kostet nach Stefan Stadlers Schätzung ein Internetauftritt pro Überbauung, inklusive dreidimensionaler Animationen und Kurzfilmen. Zum Vergleich: Zehn grosse vierspaltige Inserate im «Tages-Anzeiger» sind allein 20000 Franken wert.
Web muss Realität wiedergeben
Doch die realitätsnahen Darstellungen im Internet sind heikel: «Im Kopf der Käufer setzt sich ein Bild fest, das mit dem fertigen Objekt erfüllt werden muss», sagt der Marketingexperte. Deshalb müssten schon vor Erstellung der Homepage die Details grösstenteils klar sein. «Wer im Netz eine Designerküche zeigt, kann nachher nicht ein Standardmodell einbauen», sagt Stefan Stadler. Doch längst nicht alle Anbieter halten sich nach seinen Beobachtungen an solche Vorgaben. Deshalb wundert es ihn nicht, dass die potenziellen Kunden gegenüber Visualisierungen und Animationen von Immobilien im Internet immer noch kritisch eingestellt sind.
Etabliert haben sich hingegen Homepages mit Immobilieninseraten. Unzählige Anbieter buhlen hier um die Gunst der Interessenten. Mit Erfolg: Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass heute schon 47 Prozent aller Wohnungen und Häuser übers Internet gefunden werden. Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand: Elektronische Inserate sind für die Anbieter günstiger als gedruckte, und die Kaufinteressenten erhalten erst noch mehr Informationen.
Spezialisierte Plattformen bieten weit mehr als nur Inserate. Bekannte Beispiele sind etwa homegate.ch von der Zürcher Kantonalbank oder yourhome.ch der Credit Suisse. Auf diesen Plattformen kann man die künftige Hypothekarbelastung online berechnen, sich über Steuervorteile informieren, Checklisten für den Kauf herunterladen, Standort-Pluspunkte der künftigen Wohnortgemeinde erfahren oder nach der passenden Zügelfirma suchen. Ergänzt wird das Angebot bei beiden Anbietern durch eine breite Palette von Internet-Links. Ein Blick in die Nutzerauswertung von yourhome.ch zeigt, was gefragt ist: Neben der Immobiliensuche nutzen die rund 1500 täglichen Besucher vor allem die Seiten mit der Hypothekarberechnung und den Steuertipps. «Seit der Neugestaltung vom März verzeichnen wir auch viele Downloads von Formularen für die Hypothekaranträge», sagt Content-Manager Matthias Kipfer. Damit erfüllt die Homepage ihren Hauptzweck: Kunden fürs Hypothekargeschäft zu akquirieren.
Neben solchen spezialisierten Plattformen helfen Hunderte weiterer Sites dabei, die Spreu schon zu Hause am Bildschirm vom Weizen zu trennen. Damit spart man sich unnötige Objektbesichtigungen und kann vieles rund um den Hauskauf effizient erledigen. Der Beobachter hat die wichtigsten Sites zusammengestellt.
Trotzdem: Der Immobilienkauf übers Internet hat seine Grenzen. Online-Hypothekarabschlüsse etwa stecken hier zu Lande noch in den Kinderschuhen und die Verkaufsbeurkundungen sind an Formvorschriften gebunden. Kaufverträge für Immobilien dürfen nur unterschrieben werden, wenn die Parteien beim Notar anwesend sind. «Diese Vorschrift verunmöglicht solche Vertragsunterzeichnungen per E-Mail selbst dann, wenn rechtlich verbindliche elektronische Unterschriften schon Standard wären», sagt Ueli Grüter, Rechtsanwalt aus Luzern mit Spezialgebiet Kommunikationsrecht. Erst die Änderung der entsprechenden kantonalen Gesetze könne hier den Weg ebnen.
© Beobachter Ausgabe 9 vom 03. Mai 2002 - Alle Rechte vorbehalten









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