Playstation: Fiese Spielchen

Text:
  • Mario Gsell
Ausgabe:
24/00

50000 Vorbestellungen – 10000 Geräte lieferbar: Sony kann die gewaltige Nachfrage nach der neuen Playstation nicht stillen. Daraus schlagen clevere Fachhändler Profit.

Das wird enttäuschte Gesichter geben: Ende November kommt Sonys «Playstation 2» auf den Markt – gerade rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft. Viele Eltern haben vorgesorgt und sich eine Station reservieren lassen. 50000 Vorbestellungen sind bisher bei Sony Computer Entertainment eingetroffen. Doch die Japaner sind derzeit überfordert: Nur gerade 10000 Geräte werden vor Weihnachten in der Schweiz eintreffen.

Gewiefte Fachhändler machen aus der Not ein Geschäft: Sie verkaufen die Playstation nur zusammen mit zwei oder drei Spielen zu je 80 Franken.

So kostet die Playstation statt 700 rund 1000 Franken. Sony liefere die Playstation nur in Kombination mit den Spielen, behaupten die Verkäufer gegenüber der Kundschaft.

«Dem ist nicht so», sagt Roger Frei, Managing Director bei Sony. Frei ärgert sich über die fehlbaren Fachhändler, denn seit einigen Tagen rufen bei ihm erboste Kundinnen und Kunden an und schimpfen über Sony. Frei: «Die Leute fühlen sich zu Recht vor den Kopf gestossen.» Der Sony-Direktor will nun mit den Händlern reden, und wenn das nichts hilft, überlegt er sich rechtliche Schritte.

Doch das ist ein schwacher Trost für jene 40000 Kunden, die sich jetzt ein neues Weihnachtsgeschenk einfallen lassen müssen.

© Beobachter Ausgabe 24 vom 24. Nov 2000 - Alle Rechte vorbehalten

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