Post: Traurige Wienacht
Der Appenzeller Kurort Wienacht erhält keine frohe Botschaft: Der gelbe Riese will die Poststelle demnächst dichtmachen. Die Einwohner geben sich aber noch lange nicht geschlagen

Zur Adventszeit herrscht in der Poststelle Wienacht-Tobel AR jeweils Hochbetrieb: Firmen lassen ihre Adventskarten in Wienacht abstempeln, um die Kundschaft mit einem speziellen Weihnachtsgruss zu erfreuen. Und im Dezember gehen Tag für Tag 20 Kinderbriefe ein, die ans Christkind adressiert sind.
Doch nun droht der Wienachter Poststelle das Aus: Die Postdirektion will den Schalter im nächsten Frühling schliessen; dann wird auch Posthalter Willi Würzer pensioniert. Doch die 450 Einwohner und der Gemeinderat kämpfen für ihre Poststelle und sammeln Unterschriften. Ihr Argument: Ein Kurort mit einem solch symbolträchtigen Namen brauche eine Post.
Sollte die Poststelle dennoch schliessen müssen, so werden zumindest die Kinder nicht enttäuscht sein. Dann landet ihre Christkind-Post zukünftig halt im bernischen Bethlehem.
© Beobachter Ausgabe 23 vom 10. Nov 2000 - Alle Rechte vorbehalten









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