Prix Courage 2006

«Nach wie vor das schwarze Schaf»

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  • Gerry Nitsch
Ausgabe:
9/06

Der Umgang mit öffentlichen Geldern verlangt Transparenz. Gerhard Schmid setzte diesen Grundsatz gegen Teile seiner Dorfgemeinschaft durch - und wurde für den Prix Courage des Beobachters nominiert.

(Bild: Gerry Nitsch)

Die Walliser Gemeinde Mörel hatte Glück im Unglück: Nach den Unwetterschäden im Oktober 2000 war die Hilfsbereitschaft gross in der Schweizer Bevölkerung. Es floss viel Spendengeld - zu viel, wie sich später herausstellte. Mehrere hunderttausend Franken zu Unrecht bezogenes Geld musste Mörel an die Glückskette zurückzahlen.

Der Mann, der das Unrecht aufgedeckt hat, ist Gerhard Schmid. Sein Mut brachte ihm letztes Jahr eine Nominierung für den Prix Courage des Beobachters ein - und viel Kritik von einigen Dorfbewohnern, die partout nicht einsehen wollen, dass das Geld der Gemeinde nicht zusteht. «Bei der Gruppe, die das eigenwillige Vorgehen der Behörden befürwortete, bin ich nach wie vor das schwarze Schaf», sagt Schmid.

Er muss immer noch Mut zeigen: Die Anfeindungen gehen weiter - anonym und oft auf primitivster Stufe. Trauriger Höhepunkt der feigen Hatz sind einige Artikel und eine Karikatur in der letzten Fasnachtszeitung. Die Karikatur zeigt Schmid als Schwein. Doch das lässt sich dieser nicht bieten: Er hat sich einen Anwalt genommen und verlangt vom Herausgeber der Zeitung die Preisgabe der Namen der Verfasser.

All diese Attacken vermögen Schmids Kampfgeist aber nicht zu schmälern: «Ich würde wieder gleich handeln. Die Nominierung für den Prix Courage hat mich in meinem Vorgehen bestärkt», sagt der unbeugsame Walliser.


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