SBB: Schwerer Stand für Velos

Text:
  • Matieu Klee
Ausgabe:
13/03

Einige Regionalbahnhöfe wurden mit neuen Fahrradständern ausgestattet – Velofahrer haben keine Freude daran.

Die neuen Veloständer auf den modernisierten Regionalbahnhöfen sind kleine Meisterwerke der Ingenieurskunst – für Velofahrer aber kaum zu gebrauchen. Denn die Reisenden müssen ihre Fahrräder an einen so genannten Lenkerbügel hängen, was bei Velos mit einem breiten Lenker oder einer Lenkertasche ein Ding der Unmöglichkeit ist. Wer sein Gefährt aufbocken will, muss zudem höllisch aufpassen, dass er sich nicht schmutzig macht. Am meisten aber ärgert die Inhaber teurer Velos, dass diese sich nicht mit einem Schloss an der Anlage festmachen lassen.

«Die Bahn hat ausgerechnet das am wenigsten geeignete Veloabstellsystem installiert», kritisiert Christoph Merkli, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Velo Schweiz. Kein Wunder, verhalten sich viele Bahnreisende nicht wie von den SBB-Tüftlern am Reissbrett geplant und parkieren ihr Velo einfach neben den Aufhängevorrichtungen.

Inzwischen haben auch die SBB-Planer realisiert, dass ihnen mit den neuen Ständern kein grosser Wurf gelungen ist. In einem Praxistest in Muttenz werden nun diverse Fabrikate geprüft. Danach wird entschieden, mit welchem System die restlichen 540 Bahnhöfe ausgerüstet werden.

Auf den bereits sanierten 80 Bahnhöfen bleiben die Veloständer jedoch erhalten. Über sie freut sich immerhin das Putzpersonal – denn ein unschlagbarer Vorteil des Aufhängungssystems ist: Es lässt sich leicht reinigen.

© Beobachter Ausgabe 13 vom 25. Jun 2003 - Alle Rechte vorbehalten

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