Solidaritätsstiftung: Grosszügigkeit tut wieder Not
Sollen die Erträge der Goldreserven einzig die AHV-Kasse füllen oder auch die Not im In- und Ausland lindern? Am 22. September entscheidet das Volk: Es kann dabei von der Aktivdienstgeneration einiges lernen.

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Mangelnde Grosszügigkeit kann man der Schweiz wirklich nicht vorwerfen. Um die Not anderer Völker zu lindern, sprechen die eidgenössischen Räte einen Kredit von fast einer Milliarde Franken ohne Gegenstimme. Später kommen weitere 520 Millionen Franken hinzu.
Geschehen in den Jahren 1944 bis 1948: Die «Schweizer Spende» wurde ins Leben gerufen. Die Kredite betrugen in Wirklichkeit zwar 100 Millionen und 52 Millionen Franken, dazu kamen Beiträge aus Sammlungen sowie Zahlungen der Kantone und der Wirtschaft von 53 Millionen Franken. Doch gemessen an ihrer Kaufkraft wären alle Beträge heute rund das Zehnfache wert. Total floss auf jetzige Verhältnisse übertragen der Gegenwert von rund zwei Milliarden Franken ins kriegszerstörte Ausland.
Die Aktivdienstgeneration stand voll hinter der «Schweizer Spende» und steht noch heute dazu. Die ehemalige Zürcher Stadträtin und SP-Ständerätin Emilie Lieberherr: «Uns allen war bewusst, dass wir, die wir vom Krieg verschont geblieben waren, nun einen Effort leisten müssten.» Keine einzige Stimme habe den Einwand vorgebracht, den Schweizerinnen und Schweizern ginge es ebenfalls schlecht.
Ähnlich Lieberherrs Parteikollege, der Berner alt Regierungsrat Kurt Meyer: «Damals ging eine grosse Bewegung durch die Schweiz. Wir alle wollten helfen.» Oder der 82-jährige Heinrich Guggenbühl aus Uerikon ZH: Man habe die «arme Cheibe», die in ihren Ländern Krieg gehabt hätten, einfach unterstützen müssen.
© Beobachter Ausgabe 18 vom 06. Sep 2002 - Alle Rechte vorbehalten









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