Sonnenschutz: Auf der Hut sein für die Haut

Text:
  • Leo Hauser
Ausgabe:
9/02

Einen Sonnenbrand zu vermeiden ist die weitaus beste Vorsorge gegen Hautkrebs. Es gibt verschiedene Mittel gegen die gefährlichen UV-Strahlen.

Millionen von Menschen legen sich Sommer für Sommer praktisch nackt in die Sonne, um braun zu werden. So etwas wäre unseren Vorfahren niemals in den Sinn gekommen: Noch vor einem halben Jahrhundert galt ein blasser Teint als schick. Mit Sicherheit pflegten die Menschen damals einen gesünderen Umgang mit der Sonne als der braun gebrannte Jetztzeitmensch, der sich übermässig oft den gefährlichen ultravioletten Strahlen aussetzt. «Schönheitsideale lassen sich leider nur langsam korrigieren», sagt Roland Böni, Oberarzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich.

So schädlich diese UV-Strahlen für unsere Haut sein können, so lebenswichtig sind sie allerdings auch: Mensch und Tier sind auf die tägliche Dosis Sonne angewiesen. Denn diese hält den Hormonhaushalt in Gang, sorgt für gesunde Knochen und ist Balsam für die Psyche.

Kontrolle ist besser

Der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts ist weder sicht- noch spürbar. Erst die Folgen von übermässiger Bestrahlung zeigen sich auf unserer Haut. «Neben dem Alterungsprozess, der auf sonnenexponierten Hautstellen besonders rasch verläuft, kann die ultraviolette Bestrahlung eine ganze Reihe von Hauttumoren verursachen», warnt Roland Böni. Dazu gehört – neben harmloseren Formen – der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom). In der Schweiz erkranken jedes Jahr rund 1500 Personen an diesem bösartigen Krebs; jeder sechste Fall verläuft tödlich.

Ein erhöhtes Krebsrisiko haben Personen, die hellhäutig sind, deren Körper mehr als 50 Muttermale aufweist oder die aus Familien stammen, in denen Hautkrebs gehäuft aufgetreten ist. Diese Personen sollten ihre Haut regelmässig auf Veränderungen untersuchen lassen. Denn je früher ein Krebs erkannt wird, desto grösser ist die Heilungschance.

Ebenfalls stark gefährdet sind Personen, die regelmässig einen Sonnenbrand «einfangen». «Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel», sagt Roland Böni, «denn die Schädigungen addieren sich im Lauf des Lebens – die Haut vergisst nichts.»

Entscheidend für das richtige Verhalten an der Sonne ist, dass man seinen Hauttyp kennt und weiss, welche Schutzmassnahmen dafür erforderlich sind (siehe Nebenartikel«Schutzmittel: Nicht alles hilft»). Eine weitere Hilfe ist der so genannte UV-Index: Er beschreibt, wie stark die momentane Sonneneinstrahlung ist. Denn die Intensität verändert sich mit der Jahres- und der Tageszeit sowie dem Standort: Besonders gefährlich ist es in Höhenlagen. Eine Schweizer Karte mit regelmässig aktualisiertem UV-Index ist im Internet unter www.uv-index.ch zu finden.

Am sichersten ists im Schatten

Zur Grundausstattung für ein unbedenkliches Sonnenbad gehören ein Hut, eine Sonnenbrille, geeignete Kleidung und ein Sonnenschutzmittel (siehe Nebenartikel «Haut: Zu welchem Typ gehören Sie?»). Für Verwirrung sorgt dabei der Lichtschutzfaktor: Er gibt an, wievielmal länger man sich mit Sonnen-schutzmittel in der Sonne aufhalten kann als ohne. Die Werte sind mit Vorsicht zu interpretieren, da die Intensität der Sonneneinstrahlung stark variiert.

Grundsätzlich sollte das Sonnenschutzmittel einmal pro Stunde aufgetragen werden – auf jeden Fall nach einem Bad oder einer Dusche. Vor allem aber sollte der Grundsatz befolgt werden, dass ein Schattenplatz der beste Sonnenschutz ist – zumindest zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am intensivsten ist. Ihre Haut wird es Ihnen danken, wenn Sie sich nicht durch die gesundheitsschädigenden Schönheitsideale manipulieren lassen.

Weitere Infos

Broschüre «Schütze mich. Deine Haut.»

Kostenlos erhältlich bei der Krebsliga Schweiz

Effingerstrasse 40

Postfach

3001 Bern

Telefon 0844 85 00 00

Shop der Krebsliga

Test, um den individuellen Hauttyp zu ermitteln:

www.sunattack.ch

Infos über Muttermale und Hautkrebs:

www.melanoma.ch

Information und Beratung der Krebsliga:

www.swisscancer.ch

© Beobachter Ausgabe 9 vom 30. Apr 2002 - Alle Rechte vorbehalten

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