Steuern: Junge Hausbesitzer werden zur Kasse gebeten

Mitarbeit:
  • Adrian Schmid
Ausgabe:
10/00

Die Besteuerung von Wohneigentum erhitzt die Gemüter. Der Vorschlag der bundesrätlichen Expertenkommission bringtmarkante Nachteile für jüngere Hausbesitzer.

Die Vorschläge von Finanzminister Kaspar Villigers Expertenkommission bergen Zündstoff: Kommt es zum Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung, hätten Zürcher Hausbesitzer 710 Franken mehr Steuern zu bezahlen, Baselbieter gar 1500 Franken. Insgesamt müssten die Wohneigentümer rund 600 Millionen Franken mehr abliefern: 150 Millionen Franken gingen an den Bund, 450 Millionen an die Kantone. Die Vorschläge der Kommission sind einschneidend:

  • Der Eigenmietwert soll wegfallen – aber auch die Abzüge von Schuldzinsen und Unterhaltskosten.
  • Neuerwerber dürfen die Schuldzinsen während zehn Jahren abziehen – allerdings jedes Jahr zehn Prozent weniger.
  • Drei Jahre lang kann zwischen dem alten und dem neuen System gewählt werden.

Der Systemwechsel würde Hausbesitzer bevorteilen, die ihre Hypothekarschulden weitgehend getilgt haben – also langjährige Eigentümer und viele Rentner. Benachteiligt würden vor allem Jüngere: Sie haben den Hauskauf knapp kalkuliert und damit gerechnet, Schuldzinsen und Unterhaltskosten während vieler Jahren von den Steuern abziehen zu können.

© Beobachter Ausgabe 10 vom 12. Mai 2000 - Alle Rechte vorbehalten

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