Surftrip: Schwarze und weisse Schafe
Ärztinnen und Ärzte haben besonders häufig mit Opfern von sexuellem Missbrauch zu tun. Trotzdem besteht das Risiko, dass sich der sexuelle Missbrauch in einer Arztpraxis oder einem Spital wiederholt oder dass er dort erstmals geschieht – das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Ärzten und Patienten erhöht diese Wiederholungsgefahr. Und auch die Statistiken belegen, dass auf früheren Missbrauch nicht selten weitere Missbrauchserfahrungen folgen.
Die Lektüre der Erfahrungen von W. Tschan lassen mich zum Schluss kommen, dass das Verdrängen und das Verschweigen des Missbrauchs in der ärztlichen Praxis oder im Spital ebenso gefährlich ist wie der Versuch, dieses sensible Thema ausschliesslich auf bürokratischem oder gesetzlichem Weg zu lösen. Zwingend nötig erscheint mir vor allem ein Schritt: Während der Ausbildung von künftigen Ärzten und Ärztinnen muss deutlich mehr Gewicht auf den Umgang mit sexuellen Gefühlen im medizinischen Alltag gelegt werden.
Nach einem alles sagenden Comic von Anna Hartmann in der Schweizerischen Ärztezeitung erschien ein mutiger Vorstoss aus den Reihen der weissen Schafe .
PS: Hier noch eine geschlossene Mailinglist zum Erfahrungsaustausch von sexuell und anders missbrauchten Menschen (Anmeldung an: majordomo@psychotherapie.org, «subscribe
Missbrauch-L.» und Ihre E-Mail-Adresse in Betreff schreiben).
© Beobachter Ausgabe 25 vom 08. Dez 2000 - Alle Rechte vorbehalten









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