TCS: Werbestrategie auf Schleuderkurs

Text:
  • Martin Müller
Ausgabe:
13/00

Der TCS wirbt für Neueintritte zum Sondertarif. Dass noch eine Gebühr dazukommt, wird in der Werbung verschwiegen.

Werden Sie jetzt TCS-Mitglied! Für nur 58 Franken profitieren Sie bis Ende Jahr von den erstklassigen Dienstleistungen der Patrouille TCS und zahlen statt zehn nur acht Monate.» Ein klares Angebot, das der Touring-Club der Schweiz (TCS) im Frühling an 280000 Adressen im Raum Zürich verschickte.

«Eine gute Gelegenheit», dachte auch Felix Küderli aus Zollikon ZH und zahlte flugs 58 Franken ein.

Was dann passierte, vergällte ihm aber die Lust auf eine Mitgliedschaft. Der TCS schickte das Geld zurück mit der Bemerkung, die Uberweisung entspreche «nicht dem vollständigen Betrag». Grund: Zusätzlich zu den 58 Franken sei eine «einmalige Beitrittsgebühr» von 20 Franken fällig. Davon schrieb der TCS aber weder im Prospekt noch im Begleitbrief etwas, sondern nur auf dem Beitrittsformular.

Rechtlich hat sich der TCS damit aufs Glatteis begeben. «Es gab mehrere Dutzend Reklamationen in diesem Zusammenhang», räumt TCS-Sprecher Stephan Müller ein. Sein Verband hat die Lehren daraus gezogen: In der neusten Werbekampagne vom Juni werden alle Preise, auch die Aufnahmegebühr, transparent aufgeführt.

Zu spät für Felix Küderli: Weil er bis heute auf eine Entschuldigung des TCS wartet, prüft er jetzt die Angebote der Konkurrenz.

© Beobachter Ausgabe 13 vom 26. Jun 2000 - Alle Rechte vorbehalten

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