Telefon-CD: Silberscheibe ohne Glanzresultate
In der neusten Telefonbuch-CD der Swisscom steckt der Wurm drin: Die korrigierte «Telinfo»-Version liefert bei gewissen Funktionen unbrauchbare Infos.
Programm konnte nicht geöffnet werden, da WindowsLib nicht gefunden wurde.» Mit dieser Fehlermeldung wurden zahlreiche Macintosh-Besitzer «beglückt», nachdem sie die neuste Version des offiziellen elektronischen Swisscom-Telefonbuchs auf ihrem Computer installiert hatten. Der Grund: Obwohl die «Telinfo»-CD gemäss Verpackungsangabe ab Mac-Betriebssystem 7.6 laufen sollte, unterstützte sie nur die neueren Systeme ab 8.6.
Offenbar war der Fehler bei der Herstellerfirma Optobyte AG in Wohlen AG schon beim Verkaufsstart Anfang November durchaus bekannt: Die Firma war nämlich in der Lage, reklamierenden Kunden sofort eine korrigierte Installations-CD zu liefern. Trotzdem gelangte die fehlerhafte Software in den Verkauf. Viele Anwender haben nun aber auch an der korrigierten Fassung keine Freude: Wer die Funktion «alle Einträge im gleichen Haus» aktiviert, beispielsweise für einen Eintrag an der Bahnhofstrasse 52 in Zürich, erhält nebst den Bewohnern dieses Hauses auch gleich noch jede Menge Einträge, die zwar auf Bahnhofstrasse 52 lauten, aber aus ganz verschiedenen Orten der Schweiz stammen. Mit anderen Worten: Die sehr praktische Funktion ist in der «Telinfo»-Version 11/00 schlicht nicht zu gebrauchen. Zudem hat das Programm in der «Atlas-Funktion» Mühe mit Umlauten (ä, ö, ü) in Strassen- und Ortsnamen.
Auch diese Fehler hat die Herstellerfirma Optobyte längst selber entdeckt. Aber erst auf Reklamation hin erfährt man, dass auf der Optobyte-Homepage ein Download bereitliege, das den Fehler behebe.
Peter Ammann, Chef Technik bei Optobyte, begründet die Pannenserie mit dem Zeitdruck, unter dem die CD jeweils aktualisiert werden müsse. Bei der neusten Version habe die Software zusätzlich auf künftige Betriebssysteme angepasst werden müssen, was einer Neuentwicklung gleichkomme.
Fragt sich nur, ob es sinnvoll ist, die Software mit immer raffinierteren Zusatzanwendungen wie Satellitenbildern oder SMS auszustatten, wenn am Ende das Wichtigste, nämlich das Telefonbuch, nicht einwandfrei funktioniert.
© Beobachter Ausgabe 25 vom 08. Dez 2000 - Alle Rechte vorbehalten









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