Telefonkabinen: Kein Anschluss für 2000 Kabinen

Mitarbeit:
  • Adrian Schmid
Ausgabe:
25/00

Radikalkur: Die Swisscom reduziert die Zahl der Telefonkabinen um 2000 auf 10500 Stück. Viel zu teuer, lautet die Begründung.

Von vier auf zwei in Schöftland, von sechs auf vier in Laufenburg. So wie im Aargau bricht die Swisscom landauf, landab Telefonkabinen ab. Dahinter steckt ein gesamtschweizerisches Konzept. Anschlüsse, die nicht kostendeckend sind, werden bis Ende 2001 gekappt. «Unsere Pläne sehen vor, den aktuellen Bestand auf rund 10500 zu reduzieren», sagt Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus. Vor einem Jahr gab es noch 12500 Kabinen.

Viele Publifone werden laut Neuhaus «nicht oder kaum mehr benützt». Manch ein Standort sei ungünstig, und zudem bremse der Natel-Boom das Kabinengeschäft. Immer wieder bietet die Swisscom den Gemeinden einen Deal an: pro Jahr 5600 Franken auf den Tisch – und eine unrentable Kabine bleibt stehen. Die Swisscom will aber nicht nur schliessen. Sie zeigt sich auch gewillt, neue Kabinen zu eröffnen, Standorte zu verschieben oder modernen Service wie SMS, E-Mail oder Fax anzubieten.

Frei schalten und walten kann die Swisscom indes nicht. Der Bund hat sie verpflichtet, im Rahmen der Grundversorgung pro politische Gemeinde mindestens eine Telefonkabine zu betreiben. Das kann zu grotesken Situationen führen. So wollte die Swisscom im bernischen Rüti bei Riggisberg die Kabine im Dorf schliessen und den öfter benützten Anschluss bei den Armeeunterkünften im abgelegenen Gurnigelbad in Betrieb lassen. Die Gemeinde wehrte sich – mit Erfolg.

© Beobachter Ausgabe 25 vom 08. Dez 2000 - Alle Rechte vorbehalten

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