Tierinitiative: Einstimmig für Lebewesen

Text:
  • Rahel Stauber
Ausgabe:
4/02

Eine Ständeratskommission macht den Anfang. Tiere sollen keine Sache mehr sein.

«Tiere sind keine Sachen, sondern empfindungsfähige Lebewesen»: So hiess es im Initiativtext, den im Frühling 2000 auch 30000 Beobachter-Leserinnen und -Leser unterzeichnet hatten. Anders als in den meisten europäischen Staaten behandelt das Schweizer Recht Tiere immer noch als leblose Sachen. Das ist nicht im Sinn des Volkes: Innerhalb von nur sechs Monaten kamen für die Tierinitiative 140800 Unterschriften zusammen. Fast gleichzeitig reichte der Tessiner FDP-Ständerat Dick Marty eine parlamentarische Initiative ein, die dasselbe Ziel verfolgt.

Jetzt hat die ständerätliche Rechtskommission Martys Vorstoss einstimmig gutgeheissen. Am 18. März kommt das Begehren in den Ständerat. Wenn im Parlament alles gut geht, dürften Tiere also schon bald auch auf Gesetzesstufe als Lebewesen anerkannt sein. Die vom Beobachter unterstützte Volksinitiative würde somit hinfällig. Den Tieren kann dies nur recht sein.

© Beobachter Ausgabe 4 vom 22. Feb 2002 - Alle Rechte vorbehalten

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