Verurteilte in der Schweiz 1997: Menschen aus Ex-Jugoslawien proportional übervertreten

Ausgabe:
9/00

Auf wiederholte Anfrage hin hat das Bundesamt für Statistik dem Beobachter bisher unveröffentlichte Zahlen zugänglich gemacht: eine Verurteiltenstatistik nach Nationalität aus dem Jahr 1997. Neuere Daten hat das Amt nicht.

In absoluten Zahlen stellen die Personen mit Schweizer Pass die grosse Mehrheit der Täter. Proportional liegt der Prozentsatz jedoch weit unter ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung. Im Strassenverkehr und im Strafrecht stellen Personen aus Ex-Jugoslawien die zweitgrösste, im Drogenbereich die drittgrösste Tätergruppe dar. Im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung in der Schweiz (inklusive Asylbewerber) sind sie somit erheblich überrepräsentiert. Dass auch Delinquenten italienischer, französischer, deutscher oder portugiesischer Herkunft ivergleichsweise übervertreten sind, hat damit zu tun, dass hierzulande auch Grenzgänger und ausländische Besucher straffällig werden.

Staatsange-
hörigkeit
Strassen-
verkehr
Strafgesetz-
buch
Drogen Wohnbevöl-
kerung 1997
Schweiz 65,0 % 48,9 % 58,6 % 79,5 %
Ex-Jugoslawien* 8,1 % 16,5 % 8,0 % 4,8 %
Italien 7,3 % 6,9 % 6,3 % 4,5 %
Frankreich 3,4 % 4,9 % 5,5 % 1,9 %
Portugal 3,3 % 3,2 % 4,0 % 1,3 %
Deutschland 2,8 % 2,3 % 2,7 % 1,3 %
Türkei 1,9 % 2,3 % 2,5 % 1,1 %
  Zahl der Verurteilten:
31180 (100%)
Zahl der Verurteilten:
18435 (100%)
Zahl der Verurteilten:
8759 (100%)
Bevölkerung
inkl. Asylsuchende:
7197308 (100%)

*Inklusive Slowenien, Kroatien, Bosnien und Mazedonien

Quelle: Berechnungen des Beobachters nach Zahlen des Bundesamts für Statistik

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