WAP: Schöne neue Handy-Welt
Die neue WAP-Technik bringt Handys das Internet-Surfen bei. Vorerst bleibts aber beim Ausblick auf kommende Attraktionen – bis auch Banken und Kaufhäuser das WAP entdeckt haben.

Immer erreichbar. Immer informiert. Immer online. Mit der Einführung der ersten WAP-fähigen Mobiltelefone durch mehrere namhafte Hersteller scheint sich die Vision von der mobilen und vernetzten Welt zu realisieren.
WAP steht für Wireless Application Protocol, eine neue Technik zur Ubertragung von Informationen aus dem Internet auf ein Handy. Die neue Welt eröffnet sich über ein spezielles Mobiltelefon, ausgestattet mit einem Modem für die Verbindung ins Internet sowie einem speziellen Programm, das Informationen von Internet-Servern abrufen kann. Noch ist das Angebot dürftig: Börsenkurse, Nachrichten, Wetter, Fahrpläne. Diese Infos sind jedoch auch mit normalen Handys und SMS-Funktionen abrufbar. Die Zahl der verfügbaren WAP-Seiten steigt aber täglich. Die Technik verspricht schon bald Mail-, Banking- und Shopping-Dienste fürs WAP verfügbar zu machen. Kurz: Die Kommunikationsbranche hofft auf rosige Zeiten, sobald genügend WAP-Handys im Umlauf sind.
Ob das so schnell geht, wie sich die WAP-Anbieter das ausrechnen? Für den mit SMS vertrauten Endverbraucher ist WAP zumindest vorläufig kein praktischer Gewinn: Das Informationsangebot ist (noch) dürftig, und wenn es wachsen sollte, gibt es bereits erste Programme, die Inhalte von WAP-Seiten ins SMS-Format übertragen und versenden. Anspruchsvollere Nutzer dagegen kaufen für den Preis, den ein WAP-Handy kostet (Vollpreis 800 bis 1000 Franken), einen Handycomputer. Der ist zwar grösser, ermöglicht aber den Zugriff auf Web- und Mail-Server. Den Durchbruch wird die neue Technik erst schaffen, wenn Banken und Kaufhäuser das WAP entdeckt haben und ihre Dienste anbieten. Das soll, so versprechen es alle, noch dieses Jahr der Fall sein.
© Beobachter Ausgabe 2 vom 21. Jan 2000 - Alle Rechte vorbehalten









Sozialhilfe
Die Sozialhilfe ist unter Druck – und letztes Auffangnetz: Betroffene erzählen