Werkzeugfirma: Die Angestellten in die Zange genommen
Die schlechte Nachricht überraschte die rund 40 Leuco-Angestellten
just vor den Sommerferien: An einer kurzfristig einberufenen
Informationsveranstaltung kündigte die St. Margrethner
Werkzeugherstellerin auf den nächsten Monat eine «Verschiebung
von fixen zu variablen Lohnanteilen» an. Unter dem Strich
ergebe das eine Lohneinbusse von durchschnittlich sechs Prozent,
klagen betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wer der
Massnahme nicht zugestimmt habe, dem seien «für
später noch höhere Kürzungen» angedroht
worden.
Laut Gesetz bedingt eine Lohnreduktion eine Änderungskündigung,
wobei die gesetzlichen Fristen einzuhalten sind. Leuco-Prokurist
Reinhard Mathis hingegen betont, dass es sich bei dieser Einkommenskürzung
lediglich um eine «zeitlich befristete, freiwillige
Massnahme» handle. Angestellten, die ihr Einverständnis
verweigerten, seien keine weiteren Einschnitte angedroht worden.
Mathis begründet den temporären Lohnabbau mit
dem Hinweis auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld und
Massnahmen zur Arbeitsplatzsicherung. «Praktisch alle
Mitarbeiter» hätten dieses Vorgehen akzeptiert.
Wohl oder übel. Denn der ausgetrocknete Arbeitsmarkt
lässt den meisten Betroffenen keine andere Wahl, als
die bittere Pille zu schlucken.
© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten
