Werkzeugfirma: Die Angestellten in die Zange genommen

Text:
  • Bernhard Raos
Ausgabe:
18/03

Die schlechte Nachricht überraschte die rund 40 Leuco-Angestellten

just vor den Sommerferien: An einer kurzfristig einberufenen

Informationsveranstaltung kündigte die St. Margrethner

Werkzeugherstellerin auf den nächsten Monat eine «Verschiebung

von fixen zu variablen Lohnanteilen» an. Unter dem Strich

ergebe das eine Lohneinbusse von durchschnittlich sechs Prozent,

klagen betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wer der

Massnahme nicht zugestimmt habe, dem seien «für

später noch höhere Kürzungen» angedroht

worden.

Laut Gesetz bedingt eine Lohnreduktion eine Änderungskündigung,

wobei die gesetzlichen Fristen einzuhalten sind. Leuco-Prokurist

Reinhard Mathis hingegen betont, dass es sich bei dieser Einkommenskürzung

lediglich um eine «zeitlich befristete, freiwillige

Massnahme» handle. Angestellten, die ihr Einverständnis

verweigerten, seien keine weiteren Einschnitte angedroht worden.

Mathis begründet den temporären Lohnabbau mit

dem Hinweis auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld und

Massnahmen zur Arbeitsplatzsicherung. «Praktisch alle

Mitarbeiter» hätten dieses Vorgehen akzeptiert.

Wohl oder übel. Denn der ausgetrocknete Arbeitsmarkt

lässt den meisten Betroffenen keine andere Wahl, als

die bittere Pille zu schlucken.

© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh