Wintersportartikel: Skifahrer und Snowboarder fahren im Sommer billig
Wer jetzt schon an die kalten Wintertage denkt, kann Geld sparen. Viele Sportgeschäfte bringen Skier und Snowboards des letzten Winters zu Schleuderpreisen unter die Leute.

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Faulenzen im Liegestuhl, planschen im See, picknicken im Wald. Der Sommer hat zu viele schöne Seiten, als dass wir auch nur einen Gedanken an den kommenden Winter verschwenden. Dabei würde es sich finanziell lohnen, beim Sonnenbaden oder Grillieren kurz an die nächsten Skiferien zu denken: Der Sommer ist die beste Jahreszeit, um zu günstigen Ski- und Snowboardartikeln zu kommen. Grund: Viele Sportgeschäfte räumen ihre Lager, weil spätestens Ende September die neue Kollektion ins Gestell kommt. Die Artikel des letzten Winters werden zu Schnäppchenpreisen angeboten.
Rabatte bis 50 Prozent
«Häufig werden diese Waren bereits nach der Wintersaison reduziert und erfahren im Sommer nochmals einen Preisabschlag», sagt Claude Benoit als Präsident des Verbands Schweizer Sportfachhandel. Je nach Sportgeschäft sind Skier und Snowboards zwischen 20 und 50 Prozent günstiger als in der Wintersaison. Die Stöckli AG in Wil SG startet mit ihren Vorsaisonaktionen Mitte August. Die reduzierten Skier und Snowboards sind speziell gekennzeichnet und werden zusammen mit der neuen Ware im Sortiment geführt bis auch der letzte Schnäppchenjäger zugeschlagen hat. Auf reduzierte Preise bei Wintersportartikeln stossen die Kunden von August bis September auch in den Filialen von Ochsner Sport und Intersport. Wann genau die Aktionen beginnen, ist jedem Geschäft selber überlassen. «Wir geben lediglich Empfehlungen ab», sagt Intersport-Geschäftsführer Urs Tannot.
Kundschaft ist zurückhaltend
Die Begeisterung der Kundinnen und Kunden an der sommerlichen Schnäppchenjagd hält sich allerdings in Grenzen. Der Absatz von Wintersportartikeln im Sommer ist eher gering für die meisten Geschäfte handelt es sich bloss um einen Zusatzverkauf. Urs Tannot: «Der Wille bei der Kundschaft, während der Sommerszeit an den kalten Winter zu denken, ist klein. Im Sommer besteht in der Regel noch kein Bedürfnis nach neuen Skiern.» Das bestätigt auch Andreas Haldemann, der bei Ochsner Sport für den Einkauf verantwortlich ist: «Schnäppchenkäufe von Wintersportartikeln sind nicht mehr so populär wie noch vor einigen Jahren.»
Die meisten Kunden kaufen ihre Skier und Snowboards zwischen Ende September und Weihnachten oder im anschliessenden Ausverkauf. Doch immer häufiger decken sich die Leute auch erst kurz vor Beginn der Winterferien mit den aktuellen Artikeln ein. Das gelte vor allem für Trendbewusste, weiss Haldemann. «Wer Wert darauf legt, stets mit dem neusten Material auf der Piste zu fahren, wird seine Skier bestimmt nicht im Sommer kaufen auch wenn die Auslaufmodelle der modernen Skigeometrie und Technik entsprechen.»
Qualität kommt vor dem Preis
Die Firma Stöckli jedoch kann bei ihren Vorsaisonaktionen auf eine treue Stammkundschaft zählen. «Wir informieren unsere Kunden mit Inseraten und Prospekten. Damit sprechen wir vor allem preisbewusste Käufer an, die wegen dieser Aktionen in unsere Läden kommen», sagt Marcel Gisler, Marketingleiter bei Stöckli. Für die Geschäfte bedeutet dies eine höhere Kundenfrequenz. Hinzu kommt, dass es meistens nicht beim Kauf von Skiern bleibt es ist ja Sommer, und auch zum Baden und zum Wandern brauchts dies und das.
Schnäppchen hin oder her: Für die meisten Kundinnen und Kunden steht heutzutage die Qualität des Produkts im Vordergrund; die Kostenfrage kommt erst an zweiter Stelle. «Die Kundschaft stellt hohe Erwartungen an die Produkte. Sie ist aber bereit, den entsprechenden Preis dafür zu zahlen», sagt Intersport-Mann Urs Tannot. Ähnlich tönts auch bei der Firma Stöckli. Marketingchef Gisler: «Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen, denn schliesslich verbringen die Kunden wertvolle Freizeit mit diesen Produkten.»
© Beobachter Ausgabe 16 vom 04. Aug 2000 - Alle Rechte vorbehalten









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