Wundersame Wundersalbe
Ein Schlaumeier verkauft eine Salbe für andere Zwecke, als sie gedacht ist. Motto: Was für Kuheuter gut ist, soll für das Knie recht sein.
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Onkel Karl beglückt die halbe Verwandtschaft mit der Salbe: «Das einzige Mittel, das gegen Knieschmerzen hilft.» Und die Bäuerin in der Nachbarschaft sagt: «Wenn sich die Achillessehne meldet, gibts nichts Besseres.» Vor allem bei Wanderfreunden gilt das Mittel als Geheimtipp, und Werner M. hat sogar noch einen weiteren Vorteil entdeckt: «Ich tue damit etwas gegen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen!»
Der Mann hat Recht: So günstig ist kaum etwas zu haben gegen Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Heilkraft kommt aus der Kilodose zum Dumpingpreis von 25 Franken. Und auch die Krankenkasse hat Freude, denn sie muss nichts bezahlen. «Ad usum veterinarum», heisst es auf dem Etikett: zum tierärztlichen Gebrauch bestimmt.
Das schlabberige Gel, das Kampfer und Methylsalicylat enthält, ist für entzündete Kuheuter gedacht. Bei der Virbac AG in Glattbrugg ZH, die das Produkt vertreibt, hat man «auch schon gehört», dass die Salbe noch anderen Zwecken dient. Geliefert werde aber ausschliesslich an Veterinäre, sagt die Dame am Telefon sehr bestimmt. Und sie doppelt nach, es werde überprüft, ob die Bestellungen tatsächlich von Tierärzten stammten. Onkel Karl macht das keine Sorgen: Sein Viehdoktor hat bisher noch immer geliefert.
© Beobachter Ausgabe 11 vom 31. Mai 2002 - Alle Rechte vorbehalten









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