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Ausflug Flüeli - Sachseln

Visionen mit Bruder Klaus

Text:
  • Martin Müller
Bild:
  • Franca Pedrazzetti
Ausgabe:
1/11

Unterwegs auf Niklaus von Flües Spuren. 

Schon vor seiner Geburt 1417 soll Niklaus von Flüe religiöse Erscheinungen gehabt haben. Daran erinnert mitten im Wald die «Vision im Mutterschoss»: zwei Metallsäulen, die sich auf über zwei Metern Höhe bogenförmig vereinen. Sechs solcher Skulpturen schuf der Obwaldner Künstler André Bucher entlang des 1991 eröffneten Visionenwegs von Flüeli-Ranft nach Sachseln, eines kleinen Umwegs auf einer Teilstrecke des Jakobswegs. Die Plastiken stehen je für eine bestimmte Vision des Nationalheiligen und sollen den Pilgern helfen, sich in von Flües Gedankenwelt hineinzuversetzen.

Güllesilos und innerer Frieden

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Die Gedankenanstösse sind gut gemeint, doch die Symbolik wirkt formelhaft: Da spiralt sich das Metall hoch gen Himmel – Sinnbild für den «Turm», den der 16-jährige Niklaus gesehen haben will. Gedanklich derart vorgespurt, will sich bei manchen noch so gutwilligen Wanderern das Meditative nicht recht einstellen.

Schade, denn der Weg selber ist ein Erlebnis. Ein Buchenwäldchen, Wiesenpfade und fast verkehrsfreie Nebensträsschen, meist mit atemberaubendem Ausblick auf den Sar­nersee. Einzig die stinkenden Gülle­silos am Wegrand stören das Idyll.

Wer sich eine Vorstellung von der Persönlichkeit Niklaus von Flües machen will, sieht sich besser in seinem Geburtshaus im Flüeli um. Oder lässt die Ruhe der Ranftschlucht auf sich wirken. Auch die prächtigen Reliquien in der Pfarrkirche Sachseln lassen die Bedeutung dieses Richters und Ratsherrn erahnen, der 1947 heiliggesprochen wurde: Als 50-Jähri­ger gab er sein gutbürgerliches Leben auf, zog als Pilger in die Fremde und lebte dann als Einsiedler im Ranft. Als Bruder Klaus war er fortan Seelsorger für die Bevölkerung und Ratgeber für Staats­­ober­häup­ter. Er lebte das Ideal der frommen Genügsam­keit – und des in­ne­ren Friedens, von dem sich hier heute noch eine Spur erhaschen lässt.

Anreise: Mit der Zentralbahn (Strecke Luzern–Brünig–Interlaken) oder dem Auto nach Sachseln. Von dort per Postauto (Achtung: Zwei-Stunden-Takt) nach Flüeli-Ranft Dorf.

Wandern: Die Route beginnt beim Geburtshaus von Flües in der Dorfmitte und ist als Bruder-Klausen-Weg beschildert. Reine Gehzeit bis ­hinunter zum Grab in der Pfarrkirche Sachseln (250 Höhenmeter): rund 45 Minuten. Wander­technisch leicht, aber gutes Schuhwerk ist nötig. Mehr Kondition erfordert die umgekehrte Variante (bergwärts).

Weitere Infos: www.bruderklaus.com

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© Beobachter Ausgabe 1 vom 06. Jan 2011 - Alle Rechte vorbehalten

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