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Ausflug

Das rote Gold in Mund

Text:
  • Martin Müller
Mitarbeit:
  • Oliver Maire
Ausgabe:
20/11

Im Wallis auf den Spuren des 
Safrans: Der Lehrpfad in Mund zeigt ein interessantes Stück 
Kulturgeschichte.

Hat man einmal Safran gekostet, lässt einen der bitter-herb-scharfe Geschmack nicht mehr los – und schon kleinste Mengen färben den Risotto intensiv goldgelb. Umso grösser das Staunen, wenn man auf den Feldern steht, auf denen das Gewürz in Mund VS angebaut wird. Ein violettes Blütenmeer, so weit das Auge reicht. Bloss riechen tut man rein gar nichts: Der unverkennbare Safrangeruch entsteht erst nach dem Trocknen.

Safran wurde ursprünglich im Orient angebaut. Im achten Jahrhundert führten die Araber die Spanier in die Safrankultur ein; über Frankreich gelangte der Crocus sativus in die Schweiz. Feinsandig, leicht lehmig und locker, trocken und eher mager muss der Boden sein, damit die empfindliche Pflanze gedeiht – in Mund, auf 1200 Metern über Meer, am Walliser Sonnenhang, ist das der Fall. Mund ist der einzige Ort hierzulande, in dem Safran angepflanzt wird. Auf den Äckern wird übrigens doppelt geerntet: Mitte September wird Roggen gesät, der im nächsten August reift, 
dazwischen spriessen die Safran-Krokusse aus den Zwiebeln.

All das und noch viel mehr erfährt man auf dem beschilderten Safran-Lehrpfad, der durch verschiedene Äcker führt und auf Infotafeln Wissenswertes erläutert – zum Beispiel, warum Safran so teuer ist: Aus den handgepflückten Blüten müssen gleichentags die Narben gezogen werden, doch nur die oberen drei tiefroten Narbenschenkel (Fäden) enthalten das intensive Safranaroma. So braucht es mindestens 130 Blüten, um ein einziges Gramm Safran zu erhalten.n

Klicken Sie auf die Karte um sie vergrössert darzustellen.

Safranernte: Erkundigen Sie sich vorgängig bei der Gemeinde (Telefon 027 923 65 27), ob der Safran schon blüht. Die Ernte beginnt normalerweise Mitte Oktober, dann hat auch das Safranmuseum geöffnet (Mittwoch, Samstag und Sonntag). Der Dorfladen 
verkauft zahlreiche Produkte mit Safran.

Anreise: Postauto ab Bahnhof Brig, Park­plätze in Mund. Ab dem Dorfplatz ist der gut ­einen Kilometer lange Safran-Lehrpfad 
markiert. Ein Teil davon ist rollstuhlgängig.

Wanderung: Ab der Postautohaltestelle Eggen kann man in knapp zwei Stunden nach Mund wandern, spektakuläre Aussichten inklusive. Nur für Trittsichere und Schwindelfreie.

Mehr Informationen: im Internet unter 
www.mund.ch (Munder Safran)

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© Beobachter Ausgabe 20 vom 28. Sep 2011 - Alle Rechte vorbehalten

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