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Ausflug

Eine grosse Portion Natur

Text:
  • Vera Bueller
Bild:
  • Andreas Strauss/Look Foto
Ausgabe:
13/11

Das Bavonatal bietet viel wilde Schönheit – und zugleich eine Reise in längst vergangene Zeiten.

Ausflug: Eine grosse Portion Natur

Atemberaubend: das Val Bavona im Tessin mit dem 110 Meter hohen Wasserfall in Foroglio

Wandern in die Vergangenheit – das ist im Val Bavona tatsächlich möglich: Das wilde, nur im Sommer bewohnte Tal hat zum Beispiel kein Stromnetz. Die Einheimischen verzichten bewusst darauf. Denn sie haben den kulturellen Wert der Landschaft rechtzeitig erkannt und sich strenge Schutzkriterien auferlegt. Was andernorts im Tessin schmerzhaft ins Auge sticht, ist im Val Bavona verboten: zu Ferienhäuschen verschandelte Rustici mit Parabolantenne, ausgebauten Zufahrten, Gartenzwergen und Grillplätzen.

Geblieben ist eine Welt von herber Schönheit: steil aufragende Felswände, kreuz und quer übereinanderliegende Steinbrocken von furchteinflössender ­Grösse, alte Weiler aus Gneis und Granit, kilometerlange Trockenmauern.

Der Lehrpfad «Percorso della transu­manza» erzählt von den widrigen Lebensumständen, von Hunger, Krankheiten und Naturkatastrophen, die dazu führten, dass die Bewohner um 1500 das wilde Tal ver­liessen, um sich in Cavergno oder Bignasco anzusiedeln, wo das Bavonatal ins Maggiatal mündet.

Dort beginnt der Pfad, führt immer tiefer ins enge, zwölf Kilometer lange Tal, vorbei an mit viel Feingefühl restaurierten Zeugnissen bäuerlicher Alpkultur: Häuser und Steindächer wurden repariert, Kastanienhaine aufgeforstet, Ziegenställe, Unterstände, Vorratskammern und Holzlager im Schutze riesiger Felsbrocken renoviert. Wandernd staunt man über eine längst versunken geglaubte Welt.

Mittendrin liegt Foroglio. Ein Vorzeigedorf mit schmucken Steinhäusern, wo das «Grotto La Froda» zur Rast lädt – mit Blick auf den 110 Meter hohen Wasserfall, der tosend vom Berg stürzt.

Anreise: Ab Locarno mit dem Bus bis nach Bignasco, Fahrzeit eine Stunde.

Route: Der «Percorso della transumanza» von Bignasco nach Foroglio ist gut aus­geschildert. Länge: 6 Kilometer, 250 Meter Höhenunterschied, rund 2 Stunden (weiter bis San Carlo: plus 1,5 Stunden).

Verpflegung: «Grotto di Baloi», Fontana; «Grotto La Froda», Foroglio; «Grotto Son­lerto», Sonlerto; «Basodino», San Carlo.

Infos/Führungen: Stiftung Valle Bavona, Tel. 091 754 25 50.
www.vallemaggia.ch
www.guidevallemaggia.ch
www.bavona.ch

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© Beobachter Ausgabe 13 vom 22. Jun 2011 - Alle Rechte vorbehalten

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