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Etang de la Gruère

Allein am stillen Moorsee

Text:
  • Martin Müller
Bild:
  • Jura Tourisme
Ausgabe:
22/10

Wie in Watte gepackt stehen die Fichten, Föhren und Birken am Ufer, nur die Stämme und die Wipfel sind zu sehen, über den kleinen Moorsee wabern die Nebelschwaden.

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Wer sich im November aufmacht an den Etang de la Gruère in der Nähe des jurassischen Saignelégier, hat den bezaubernden Weiher für sich allein. Eine Wohltat!

Im Sommer wimmelt es hier bei schönem Wetter von erholungssuchenden Ausflüglern; sogar baden kann man in dem Tümpel, denn die tiefbraune Farbe des Wassers signalisiert nicht etwa Gefahr: Sie ist eine Folge des Umwandlungsprozesses der Vegetationsreste. Bis zu sechs Meter Torf liegen unter dem nur 4,5 Meter tiefen Seelein. Früher wurde hier Torf abgebaut, in einer Senke sammelte sich Wasser, und für eine nahe Sägerei wurde es gestaut: So entstand der Etang de la Gruère, der heute natürlich unter Schutz steht.

  • Warum, wird einem im Spätherbst noch klarer als im Sommer. Auf den Wytweiden des Hochplateaus auf rund 1000 Metern verlieren sich ein paar Kühe und Pferde, allein stehende Wettertannen prägen die Landschaft, die Freiberge werden ihrem Namen gerecht: Das einzigartige Hochmoor muss man mit niemandem teilen: Ist es windstill, hört man nur die eigenen Schritte.

    Zum Teil auf Stegen und über kleine Brücken schlängelt sich ein gut ausgebauter Weg um den Tümpel; in einer guten halben Stunde hat man das Naturidyll umrundet. Wers bequem mag, fährt bis fast zum See hin: In unmittelbarer Nähe hats einen Parkplatz (bei der Sägerei) und eine Haltestelle der Postautolinie Tramelan–Saignelégier. Oder man spaziert von Saignelégier her gut eine Stunde durch die Weidelandschaft, mehrere Wegvarianten sind markiert – auch empfehlenswert im Winter mit Schneeschuhen.

     

  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
    Aus der Deutschschweiz mit den SBB über Biel–Sonceboz nach Tavannes oder Basel–Delsberg nach Glovelier, von dort mit den Chemins de fer du Jura (CJ) nach Saigne­légier oder Tramelan. Die Buslinie Tramelan–Saignelégier führt fast am See vorbei (Haltestelle «La Theurre»), die Verbindun­gen sind aber sehr unregelmässig.

    Wandern:
    Die Strecke von Saignelégier über Les Cerlatez nach La Theurre und zum Etang de la Gruère ist beschildert, flach und in etwas mehr als einer Stunde zu bewältigen. Die Fortsetzung nach Tramelan dauert weitere anderthalb Stunden.

    Einkehren:
    Picknickplatz und Restaurant «La Theurre» bei der gleichnamigen Busstation.

© Beobachter Ausgabe 22 vom 27. Okt 2010 - Alle Rechte vorbehalten

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