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Navigli-Viertel in Mailand

Flanieren wie in Venedig

Text:
  • Yvonne Staat
Bild:
  • Justin Clements
Ausgabe:
23/10

Nur wenige wissen, dass Mailand einst wie Venedig eine Stadt der Kanäle war. 

Navigli-Viertel in Mailand: Flanieren wie in Venedig

Naviglio Grande in Mailand

Ab dem frühen Mittelalter entstand in Oberitalien ein dichtes Netz befahrbarer Wasserwege, auf Italienisch «navigli». Im Zentrum befand sich die Handelsstadt Mailand, die damit Zugang zur Adria hatte. Dank den Kanälen konnte etwa der Marmor für den Mailänder Dom bis an den Bauplatz geschifft werden. Die meisten «navigli», die einst die Stadt durchzogen, wurden inzwischen zugeschüttet und dienen heute als Strasse.

Dank einer Reihe privater Initiativen blieben wenigstens der Naviglio Grande, der Naviglio Pavese und das 1603 erbaute Hafenbecken Darsena erhalten. Sie sind in einem Viertel zu finden, das man heute das Navigli nennt, etwas abseits der berühmten Sehenswürdigkeiten Scala und Dom, aber gut mit der U-Bahn erreichbar.

Hier geht Mailand abends aus

Früher wohnten an den Kanälen Arbeiter und Handwerker, heute säumen Künstlerateliers, originelle Geschäfte, Cafés und Restaurants das Ufer. Abends verwandelt sich das Viertel dank Weinbars und Jazzlokalen in eine belebte Ausgehzone. Ein Spaziergang entlang den Kanälen lohnt sich nicht nur wegen des ungewöhnlichen Charmes, den die Gegend ausstrahlt. Sehenswert sind auch die charakteristischen Innenhöfe vieler Häuser, deren Wohnungen nur über hofseitig gelegene Stiegen und Galerien erreichbar sind.

Anreise mit öffentlichem Verkehr: Von Bern oder Zürich fahren täglich Direktzüge nach Mailand. Reisedauer: dreieinhalb bis vier Stunden. Reservierung notwendig. Vom Hauptbahnhof mit der grünen U-Bahn-Linie Richtung Abbiategrasso bis Porta Genova.

Markt am alten Hafenbecken Darsena: Jeden Samstag ab 9 Uhr findet in der Strasse Viale Gabriele D’Annunzio ein Flohmarkt statt. Vor allem Secondhand und Antiquitäten.

Ebenfalls sehenswert: Leonardo da Vincis «Das letzte Abendmahl» in der Kirche Santa Maria delle Grazie aus dem 15. Jahrhundert, an der Piazza Santa Maria delle Grazie 2 (U-Bahn-Station Cadorna). Telefon 0039 02 498 75 88 (Reservierung notwendig). Offen Dienstag bis Sonntag, 8.15 bis 18.45 Uhr.

Shoppen: Designermode zu Tiefpreisen: Outlet 2000, Via Marghera 24, Dienstag bis Samstag, 9.30 bis 19 Uhr. Bettina Stock, Via Simone d’Orsenigo 3, Dienstag bis Samstag, 10 bis 20 Uhr. D-Magazine Outlet, Via Monte­napoleone 26, täglich 9.30 bis 19.45 Uhr.

Süsses: An der Via Torino 1 (Ecke Domplatz) befindet sich seit 1914 die beste sizilianische Konditorei ganz Italiens, die Pasticceria Fratelli Freni mit ihren traditionellen Produkten.

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© Beobachter Ausgabe 23 vom 10. Nov 2010 - Alle Rechte vorbehalten

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