Tempelhof Uffikon
Wo die Kunst Gemüter bewegt
- Text:
- Bild:
- Künstlerstudio Wetz Sursee
- Ausgabe:
- 8/10
Akropolis der Moderne: der sinnlose Tempelhof in sinnlicher Umgebung.
Welchen Sinn macht es, Abwasserrohre von 60 Zentimeter Durchmesser aufeinanderzutürmen, um so 99 hohe Säulen zu bauen? Darauf als Dach 120 Tonnen Betonplatten zu verfrachten? Und das Ganze auf eine grüne Wiese im Luzerner Hinterland zu stellen? Keinen. «Eine wunderbar sinnlose Provokation», nennen der Künstler Werner «Wetz» Zihlmann und der Bauer Bernhard Zemp ihre orts- und epochenversetzte Akropolis, die vor einem Jahr als unübersehbares Kernstück des Kulturprojekts Tempelhof in der Gemeinde Dagmersellen entstanden ist.
2003 sind Wetz und Zemp die Fusion von Kunst und Landwirtschaft eingegangen. Erst unter dem Namen KKL (Kunst und Kulturen auf dem Land), heute mit dem Label «Tempelhof Uffikon» machen sie seither mit spannenden Kunstausstellungen und teils spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam. In der einstigen Tabakscheune hat das witzige Wetz-Museum seinen Platz gefunden, in weiteren Räumen des Zemp-Hofs finden Wechselausstellungen statt (aktuell die Skulpturenschau «Beton» mit 32 Künstlerinnen und Künstlern). Unter freiem Himmel runden die Installation «Lagune von Venedig» und der grösste Naturgarten der Schweiz das Gesamtkunstwerk ab.
Der Tempelhof befindet sich oberhalb von Uffikon, einem Ortsteil der Luzerner Gemeinde Dagmersellen (siehe nachfolgender Kartenausschnitt) – bei schönem Wetter mit freiem Blick auf die Alpen.
Mit öffentlichem Verkehr: Zug bis Bahnhof Sursee, von dort Postauto bis Uffikon-Tempelhof.
Mit dem Auto: A2, Ausfahrt Dagmersellen, Richtung Uffikon, ab dort ist die Strecke ausgeschildert.
Sonn- und Feiertage von 13 bis 17 Uhr, ohne Anmeldung; für angemeldete Gruppen täglich geöffnet
Telefon 062 756 20 27
info@who-needs-spam.tempelhof-uffikon.ch
Erwachsene 15 Franken, Kinder Fr. 7.50;
Kunstführungen auf Anfrage
www.tempelhof-uffikon.ch
Und eben die begehbare Tempelskulptur. Damit, sinniert Landwirt Bernhard Zemp, sei er unter Umständen etwas zu innovativ gewesen. Denn die Luzerner Akropolis wurde in die Landwirtschaftszone gebaut. Nun soll sie in eine Sonderbauzone transferiert werden, doch dagegen regt sich Widerstand von Nachbarn und Naturschützern. Ein knappes Dutzend Einsprecher findet: «Ein Säulenkoloss aus Beton auf der grünen Wiese: sinnlos!» Grosse und kleine Liebhaber lustvoller Kunst, die sich auf den Tempelhof einlassen, werden vehement entgegnen: «Sinnlich!»
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© Beobachter Ausgabe 8 vom 14. Apr 2010 - Alle Rechte vorbehalten
Tempelhof Uffikon
Wo die Kunst Gemüter bewegt
Akropolis der Moderne: der sinnlose Tempelhof in sinnlicher Umgebung.
Welchen Sinn macht es, Abwasserrohre von 60 Zentimeter Durchmesser aufeinanderzutürmen, um so 99 hohe Säulen zu bauen? Darauf als Dach 120 Tonnen Betonplatten zu verfrachten? Und das Ganze auf eine grüne Wiese im Luzerner Hinterland zu stellen? Keinen. «Eine wunderbar sinnlose Provokation», nennen der Künstler Werner «Wetz» Zihlmann und der Bauer Bernhard Zemp ihre orts- und epochenversetzte Akropolis, die vor einem Jahr als unübersehbares Kernstück des Kulturprojekts Tempelhof in der Gemeinde Dagmersellen entstanden ist.
2003 sind Wetz und Zemp die Fusion von Kunst und Landwirtschaft eingegangen. Erst unter dem Namen KKL (Kunst und Kulturen auf dem Land), heute mit dem Label «Tempelhof Uffikon» machen sie seither mit spannenden Kunstausstellungen und teils spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam. In der einstigen Tabakscheune hat das witzige Wetz-Museum seinen Platz gefunden, in weiteren Räumen des Zemp-Hofs finden Wechselausstellungen statt (aktuell die Skulpturenschau «Beton» mit 32 Künstlerinnen und Künstlern). Unter freiem Himmel runden die Installation «Lagune von Venedig» und der grösste Naturgarten der Schweiz das Gesamtkunstwerk ab.
Infos
Der Tempelhof befindet sich oberhalb von Uffikon, einem Ortsteil der Luzerner Gemeinde Dagmersellen (siehe nachfolgender Kartenausschnitt) – bei schönem Wetter mit freiem Blick auf die Alpen.
Anreise
Mit öffentlichem Verkehr: Zug bis Bahnhof Sursee, von dort Postauto bis Uffikon-Tempelhof.
Mit dem Auto: A2, Ausfahrt Dagmersellen, Richtung Uffikon, ab dort ist die Strecke ausgeschildert.
Öffnungszeiten
Sonn- und Feiertage von 13 bis 17 Uhr, ohne Anmeldung; für angemeldete Gruppen täglich geöffnet
Reservation
Telefon 062 756 20 27
info@who-needs-spam.tempelhof-uffikon.ch
Preise
Erwachsene 15 Franken, Kinder Fr. 7.50;
Kunstführungen auf Anfrage
www.tempelhof-uffikon.ch
Anzeige:
Und eben die begehbare Tempelskulptur. Damit, sinniert Landwirt Bernhard Zemp, sei er unter Umständen etwas zu innovativ gewesen. Denn die Luzerner Akropolis wurde in die Landwirtschaftszone gebaut. Nun soll sie in eine Sonderbauzone transferiert werden, doch dagegen regt sich Widerstand von Nachbarn und Naturschützern. Ein knappes Dutzend Einsprecher findet: «Ein Säulenkoloss aus Beton auf der grünen Wiese: sinnlos!» Grosse und kleine Liebhaber lustvoller Kunst, die sich auf den Tempelhof einlassen, werden vehement entgegnen: «Sinnlich!»
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