• Natur, Umwelt, Ökologie: faszinierende Reportagen, Neues aus der Wissenschaft sowie Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

    Da will ich hin

  • Ausflüge

    Das Gute liegt so nah: bewährte Ausflugsziele, Anregungen und Tipps für einen gelungenen Kurztrip

    Dossier

  • Schöne Ferien!

    Alles, was Reisende wissen sollten, damit der Urlaub unvergesslich wird – im besten Sinne.

    zum Dossier

  • Baum-Quiz

    Erkennen Sie die häufigsten Waldbäume der Schweiz?

  • Meistgelesene Artikel

    1. Das System Sozialhilfe
      Problemfall Sozialhilfe
    2. Fallpauschalen
      Mit Sonden und Fesseln
    3. Kreditkartenbetrug
      Dreiste Schurken am Apparat
    4. Unternehmen
      Steuern hinterziehen leicht gemacht
    5. Milliarden-Pleite
      Der Schlossherr vor Gericht
  • Anzeige:

Valle Di Muggio

Palazzi und Polentamühlen

Text:
  • Vera Bueller
Bild:
  • Rémy Steinegger
Ausgabe:
7/10

«Ein verwilderter Saumpfad führt zur historischen Mühle an der rauschenden Breggia, wo man sein eigenes Polentamehl mahlen lassen kann.»

Valle Di Muggio: Palazzi und Polentamühlen

Das Postauto klettert auf der kurvigen Strasse den Hang hinauf, und unser Blick schweift über die Ebene: eine Ansammlung hässlicher Industriebauten, Eisenbahntrassees, Autobahn. Eine letzte Kurve und plötzlich tut sich ein wildes Tal auf, an dessen Steilhängen winzige Dörfer inmitten tiefgrüner Kastanienwälder kleben. Dazwischen prachtvolle Palazzi im italienischen Renaissancestil. Sie wurden von Einheimischen gebaut, die einst – quasi als Saisonniers – in Rom oder St. Petersburg als Spezialisten gearbeitet hatten und ihrer Handwerkskunst zu Hause ein Denkmal setzten.

«Bruzella», ruft der Chauffeur. Wir sind da. Ein verwilderter Saumpfad führt zur historischen Mühle an der rauschenden Breggia, wo man sein eigenes Polentamehl mahlen lassen kann. Am Fluss klapperten einst 25 Mulini. Dort wurden Getreide, Mais, Kakao und Kastanien gemahlen. Wer dazu mehr erfahren will, besucht in Cabbio das Informationszentrum des Museo etnografico della Valle di Muggio.

Wir aber wandern auf den Monte Bisbino. Ein leichter Wind säuselt durch die Baumkronen, aus Caneggio klingt das Glockenspiel der Kirche Santa Maria Assunta herüber. Ansonsten nichts als Ruhe. Der Abstieg nach Sagno führt uns den Grat entlang, mit atemberaubendem Blick zu den Walliser Alpen. In Sagno lohnt es sich, in der Slow-Food-Osteria «Ul Furmighin» einzukehren – bevor einen das Postauto zurückbringt ins Verkehrsgetümmel des Mendrisiotto. 

Wandern im Muggiotal


  • Für einen Tagesausflug
    bietet sich der ­zweistündige Aufstieg zum Monte Bisbino (1325mü.M.) an, entweder ab Sagno oder ab Bruzella. Oder der ebenso lange Aufstieg von Cabbio zum Sasso Gordona (1410mü.M.) – auf italienischem Hoheits­gebiet (Pass oder ID mitnehmen).

    Anreise mit dem Postauto: nach Bruzella, Cabbio und Muggio ab Chiasso; nach Sagno ab Chiasso (umsteigen in Morbio Inferiore) oder Mendrisio.


  • Sehenswürdigkeiten
    befinden sich auf dem Weg von Muggio nach Bellavista: das Oratorium San Giovanni di Tur aus dem 17. Jahrhundert und der «Roccolo» in Pianspessa (ein Turm, der früher für die Vogeljagd ­benutzt wurde). Von Bellavista kann man mit der Zahnradbahn zur Bergspitze Monte Generoso fahren oder zu Fuss gehen (rund 70 Minuten).

    Infos: www.mendrisiotourism.ch; Mühle von Bruzella: April bis Oktober, ­Donnerstag und jeden ersten sowie dritten Sonntag des Monats nachmittags in Betrieb.

Anzeige:

  • Kommentar Formular

© Beobachter Ausgabe 7 vom 31. Mär 2010 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh