• Natur, Umwelt, Ökologie: faszinierende Reportagen, Neues aus der Wissenschaft sowie Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

    Da will ich hin

  • Ausflüge

    Das Gute liegt so nah: bewährte Ausflugsziele, Anregungen und Tipps für einen gelungenen Kurztrip

    Dossier

  • Schöne Ferien!

    Alles, was Reisende wissen sollten, damit der Urlaub unvergesslich wird – im besten Sinne.

    zum Dossier

  • Baum-Quiz

    Erkennen Sie die häufigsten Waldbäume der Schweiz?

  • Meistgelesene Artikel

    1. Das System Sozialhilfe
      Problemfall Sozialhilfe
    2. Fallpauschalen
      Mit Sonden und Fesseln
    3. Kreditkartenbetrug
      Dreiste Schurken am Apparat
    4. Unternehmen
      Steuern hinterziehen leicht gemacht
    5. Milliarden-Pleite
      Der Schlossherr vor Gericht
  • Anzeige:

Wanderung Maloja–Bivio

Wo sich die Wasser scheiden

Text:
  • Daniel Benz
Bild:
  • Max Galli/Laif
Ausgabe:
15/10

Atemberaubende, wilde Bergwelt: Maloja, Silsersee, Sils Maria und Silvaplanersee

Wanderung Maloja–Bivio: Wo sich die Wasser scheiden

Nach dem steilen Aufstieg von der Oberengadiner Ebene hinauf zum 2645 Meter hohen Lunghinpass rinnt es in Bächen am Bergwanderer hinab. Er leidet ein bisschen. Doch dem Schweiss, der hier zu Boden tropft, bieten sich beneidenswerte Optionen: Darf es eine Reise in den warmen Süden sein? In den wilden Osten? Oder einmal Nordsee einfach?

Von diesem Punkt aus kann das Wasser tatsächlich in drei Meere abfliessen – Richtung Südwesten über die Maira und den Po in die Adria, nach Osten via Inn und Donau ins Schwarze Meer, mit Kurs nach Norden über Julia und Rhein in den nördlichen Atlantik. Eine dreifache Wasserscheide: Das gibt es in Europa nur einmal. Viel Aufhebens macht man nicht darum. Ein schlichtes Schild und ein paar Pfeile genügen als Hinweis, dass man sich hier Einzigartiges erwandert hat.

Anzeige:

Nach den hohen Gipfeln die Flachmoore

Doch das eigentliche Spektakel liegt ja auch an der Kulisse darum herum. Die Route von Maloja über den Lunghinpass bietet grandiose Ansichten in einer wilden, urtümlichen Bergwelt. Hinter dem Septimerpass – zu Zeiten der Römer eine der wichtigsten Nord-Süd-Routen – wird die Landschaft sanfter, je näher es dem Zielort Bivio zugeht. Die Krönung sind die Flachmoore im Val da Sett: intakte Natur, atemberaubend schön. Spätestens hier geht jedes schweisstreibende Leiden der Startphase vergessen.

An- und Rückreise: Postauto ab Chur über St. Moritz bis zum Startort Maloja Posta. Rückfahrt ab Bivio Posta nach Chur. Auskünfte, Fahrplan und Reservationen: www.postauto.ch

Wanderroute: Ab Maloja führt ein steiler Weg über Plan di Zoch hinauf zum Lunghinsee. Von dort aus geht es flacher zum Lunghin­pass mit der Dreiwasserscheide. Abstieg ­zuerst steil, dann angenehm abfallend zum Septimerpass und weiter durchs Val da Sett hinunter nach Bivio. Total 840 Höhenmeter Aufstieg und 875 Meter Abstieg – eine mittelschwere Wanderung.

Wanderzeit: 5 Stunden 30 Minuten. Beste Jahreszeit: Juli bis Oktober.

Restaurants: gutes Angebot in Maloja und Bivio. Je nach Wetter Besenbeiz in ­Tgavretga im Val da Sett geöffnet.

Sehenswürdigkeit: Ausgangs Maloja, beim Belvedere-Turm, befindet sich Europas grösste Ansammlung von Gletschermühlen: 36 kesselartige Löcher (das grösste mit sieben Metern Durchmesser), die sich gegen Ende der Eiszeit beim Rückzug der Gletscher durch Wasserstrudel gebildet haben.

Webseiten: www.maloja.ch; www.bivio.ch

  • Kommentar Formular

© Beobachter Ausgabe 15 vom 22. Jul 2010 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh