Denkzettel Nr. 14

Wie der Mensch die Schule erfand

Text:
  • Helmut Stalder
Bild:
  • Guillaume Blanchard / Wikimedia
Ausgabe:
16/09

Vor etwa 300 '000 Jahren betrat der Homo sapiens die Bühne der Geschichte. Es begann die kulturelle Evolution.

Der Homo sapiens lernte nicht nur, Faustkeile herzustellen, er gab diese Fertigkeit auch seinen Kindern weiter. Das war der Urknall der Bildung.

Schule war das aber noch nicht. Vorformen findet man in der Altsteinzeit vor 35'000 Jahren. Damals vermittelten Schamanen in rituellen Handlungen besondere Inhalte. Solche Bräuche zeigten Merkmale gezielter Wissensvermittlung. Bis organisierte Schulen entstanden, vergingen weitere Jahrtausende.

Auslöser war die Erfindung der Schrift vor 5200 Jahren in Ägypten und später in Mesopotamien. Nun konnte Wissen unabhängig von Mensch, Raum und Zeit bewahrt werden. Weil der Bedarf an schriftkundigen Beamten und Priestern rasch wuchs, entstand der institutionalisierte Unterricht. Erstmals erwähnt wird die Schule in einer ägyptischen Grabinschrift von 2000 bis 1500 vor Christus. Der Bestattete versichert Vorübergehenden, die eine Schule besucht haben, sich im Jenseits für sie einzusetzen.

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© Beobachter Ausgabe 16 vom 06. Aug 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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