Denkzettel Nr. 22
«Gisch uuf?»
Seit es Pausenplätze gibt, gibts dort Krach.
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Schon die ersten Schulordnungen im 18. Jahrhundert sahen für Raufbolde scharfe Strafen vor – meist Prügel. Das nützte wenig. Blutige Nasen gehören wohl einfach dazu, wenn Kinder die Hackordnung klären. Nur heisst das Phänomen heute Jugendgewalt und nicht mehr «Schlegle».
«Raufereien auf dem Schulhof sind nicht häufiger geworden», sagt Hans-Ulrich Grunder von der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz. Verändert habe sich aber ihre Art, «nämlich dass man nicht aufhört, wenn der Gegner im Schwitzkasten schon blau ist».
Früher galten informelle Regeln, wie weit man ging. Man überwältigte den anderen und schrie: «Gisch uuf? Gisch uuf?» Gab er auf, wars vorbei. Heute sehen Lehrer solche Konventionen fallen. Ziel sei jetzt oft, den Gegner kampfunfähig zu machen. Selbst wenn er am Boden liege, werde weiter getreten.
Pausenraufereien sind raue, aber letztlich zivilisierte Rituale. Immer öfter arten sie aber aus zu Fights wie im Gangsterfilm. Kein Wunder, haben viele Schulen «Friedenszonen» eingerichtet und «Peacemaker» ernannt, die frühzeitig eingreifen sollen.
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© Beobachter Ausgabe 24 vom 26. Nov 2009 - Alle Rechte vorbehalten




