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Christine Egerszegi
«Mutmacher für alle»
Als Gastrednerin bei der Verleihung des Prix Courage 2007 plädierte die Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi für mehr Mumm im Alltag. Auszüge aus ihrer Rede.

(Bild: Christine Bärlocher)
Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen», schrieb einst die italienische Schriftstellerin Franca Magnani. Wie Recht sie damit doch hat. Der Prix Courage ist dank seiner Publizität ein Mutmacher für uns alle. Denn das Unrecht beginnt meistens im Kleinen, und da lässt es sich mit Zivilcourage und Mut noch bekämpfen.
Sich für andere einsetzen, sich engagieren, jemandem helfen, den man gar nicht kennt, den Mund aufmachen, wenn andere schweigen: Zivilcourage heisst, sich einmischen im Alleingang. Menschen wie die sieben Kandidatinnen und Kandidaten für den Prix Courage setzen mit ihrem Verhalten gesellschaftlichen Standards und mobilisieren - bewusst oder unbewusst - andere. Sie sind sozusagen die Avantgarde für die Zivilcourage als Selbstverständlichkeit.
Die Nominierten geben mir die Hoffnung, dass Gleichgültigkeit in unsere Gesellschaft doch nicht Oberhand gewinnt. Sie stehen aber auch stellvertretend für alle anderen «Helden des Alltags», denen wir zwischendurch in unserem Umfeld begegnen, die mit ihrem Engagement aber keine breite Öffentlichkeit finden. Auch sie verdienen unsere Anerkennung. Sie sind ebenso Vorbilder.
Zivilcourage heisst nicht immer, mit körperlichem Einsatz grosse Heldentaten zu vollbringen. Kleine Taten sind genau so wertvoll. Wenn wir selbst in eine missliche, schwierige, manchmal auch gefährliche Lage geraten, wünschen wir uns doch auch, dass uns jemand hilft. Und was wir für uns erwarten, müssen wir doch auch bereit sein, anderen zu geben.
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© Beobachter Ausgabe 20 vom 26. Sep 2007 - Alle Rechte vorbehalten


