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Prix Courage 2010

Kandidat Joachim Maire

Text:
  • Otto Hostettler
Bild:
  • Monika Fischer/Mathias Braschler
Ausgabe:
16/10

Als Raser verschuldete er im Juni 2003 den Tod seiner Freundin. Nach verbüsster Strafe betreibt er in der Raserszene Präventionsarbeit und unterstützt die Raser-Initiative.

Joachim Maire war ein typischer ­Raser, er vergötterte sein Auto, wollte damit Frauen imponieren und hatte ein Alkoholproblem. Das kostete seine Exfreundin am 6. Juni 2003 das Leben. Der damals 30-Jährige baut mit seinem getunten VW Golf, übersetzter Geschwindigkeit und 2,04 Promille ­Al­kohol im Blut bei Aigle VD eine Fron­talkollision. Die Frau stirbt, Maire wird auf der Unfallstelle wiederbelebt. 2005 kommt er vor Gericht, verbringt ein Jahr im ­Ge­fängnis und ist monatelang mit einer elektronischen Fussfessel zu Hause in Vallorbe «angebunden». Es folgen zweieinhalb Jahre ­Therapien. Seine Strafe vollständig verbüsst hat er erst im Herbst 2009.

«Erst hinter Gittern begriff ich, was ich wirklich getan hatte. Wegen der Sucht nach Geschwindigkeit und Alkohol zerstörte ich zwei Familien. Diejenige meiner Freundin und ­meine ­eigene.» Joachim Maire hat sein Leben radikal verändert. Letzten Herbst gründete der gelernte Sanitär­installateur die Organisation Les Anges de la Route. Weil er in seinem Beruf nicht mehr arbeiten kann, hat er sich nun der Präventionsarbeit verschrieben. Er scheut sich nicht, seine Geschichte auch dort zu erzählen, wo es für ihn ungemütlich ist: an Autoshows, Sommerfesten und Technopartys. Oder er sammelt mit Hinterbliebenen von Raseropfern Unterschriften für die Raserinitiative. Heute sagt er: «Ich hatte beim Aufwachen im Spital die Chance zu einem neuen Leben. Ich will sie wahrnehmen.»

Mit seiner Arbeit steht Maire ­öffentlich dazu, dass er den Tod eines Menschen verschuldet hat. Er führt wöchentlich Tausenden von Party­gängern und Autofans vor Augen, ­welche dramatischen Folgen Alkoholkonsum und überhöhte Geschwindigkeit auf der Strasse haben können. Für Opfer und für Täter.

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© Beobachter Ausgabe 16 vom 05. Aug 2010 - Alle Rechte vorbehalten

  • Prix Courage

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  • Prix Courage 2011

    Die Kandidaten

     
    Jean-Marc Christe, Raoul Challet, Bernard Hengy & Michèle Christe wehrten sich erfolgreich gegen eine Auto-Teststrecke auf Landwirtschaftsland.
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    Nicole Dill setzt sich nach einer Attacke auf ihr Leben hartnäckig für besseren Opferschutz ein.
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    Zarina Bried kämpfte öffentlich für bessere Bedingungen für Putzfrauen.
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    Richard Lehner & Daniel Aufdenblatten wagten eine Rettung im Heli auf 7000 Metern Höhe.
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    Andreas Roth stellte sich gegen einen wilden Stier und rettete seinem Nachbarn das Leben.
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    Valentin Abgottspon steht ein für eine strikte Trennung von Kirche und Staat.
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    Robert Schönbächler hilft seiner bedrohten Ex-Lehrtochter – trotz Gefahren für sich selbst.
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