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Prix Courage 2009

Kandidat Zoran Vasic

Text:
  • Markus Föhn
Bild:
  • Christian Schnur
Ausgabe:
17/09

Zoran Vasic dachte an ein brennendes Gebüsch, als er die Flammen sah, am 7. Juli, nachts um elf, auf der A1 kurz vor Winterthur. Weit gefehlt.

Es war ein Auto, das da brannte, jenseits der Leitplanke, seitlich gekippt, verbeult, die Flammen zwei Meter hoch. Zoran Vasic, mit seiner Familie auf dem Heimweg von einem Geburtstagsfest in St. Gallen, hielt an. Andere Autos waren bereits da, jemand hatte die ­Polizei gerufen. «Ich fragte, ob sich der Fahrer retten konnte», erinnert sich Vasic. «Jemand antwortete mir, er sei noch drin. Da war für mich klar: Ich musste ran.»

Vasic, Vater von zwei Kindern und Automatikfachmann aus Dübendorf, sprang über die Leitplanke. Mit beiden Füssen trat der 36-Jährige auf die Frontscheibe ein, zwanzigmal, dreissigmal, dann endlich ein Loch. Vasic riss es auf, Glassplitter bohrten sich in seine blossen Hände. Er sah einen Mann hinter dem Steuer, die Hände vors Gesicht geschlagen. «Ich sagte ihm: ‹Los, raus hier!› Der Mann schüttelte bloss den Kopf. Da habe ich ihn gepackt und herausgezogen.»

Das Unfallopfer kam mit leichten Verletzungen davon, Zoran Vasic landete bei einem Arzt, der ihm zwei Stunden lang Glassplitter aus den Händen zog. «Erst dann begriff ich, was ich getan hatte», sagt er. Etwas mulmig sei ihm dabei geworden, erinnert er sich. «Ich hatte zwar richtig gehandelt, doch die ganze Aktion hätte auch schief­laufen können.» Ausserdem frage er sich heute, wie er so etwas überhaupt fertiggebracht habe. «Schliesslich bin ich kein Held. Ich kann ja nicht einmal Blut sehen.»

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© Beobachter Ausgabe 17 vom 19. Aug 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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