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Prix Courage 2003
Kandidaten Ruedi Grossenbacher und Stephan Trachsel
Die beiden Männer riskierten ihr Leben, als sie einen 73-jährigen Rentner aus der eiskalten Emme retteten.

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Ruedi Grossenbacher zögert keine Sekunde, als ihm am 23. Dezember 2002 ein Passant aufgeregt entgegenläuft: «Ein Mann in der Emme!», schreit Stephan Trachsel.
Sofort wirft der Elektromonteurlehrling das Fahrrad an den Wegrand und rennt zum Ufer.
Die Wassertemperatur beträgt bloss fünf Grad – doch ohne lange zu zögern, springen die beiden Männer in den Fluss, packen den regungslosen 73-Jährigen und halten ihm mit aller Kraft den Kopf aus dem Wasser.
100 Meter lassen sie sich abwärts treiben, bis eine geeignete Stelle am Ufer gefunden ist. Während Grossenbacher im eiskalten Wasser ausharrt, um den Verletzten zu stützen, klettert Trachsel die Böschung hinauf. Ohne fremde Hilfe können sie den Mann nicht in Sicherheit bringen. Mittlerweile ist es stockdunkel geworden.
Eine geschlagene halbe Stunde verbringt Ruedi Grossenbacher im Wasser, dann treffen endlich Ambulanz und Polizei am Unfallort in Lützelflüh ein. «Länger hätte ich es in der Kälte nicht ausgehalten», sagt der 17-Jährige im Nachhinein. Schnell wird der Pensionär auf eine Bahre gebunden und von sechs Helfern mit Seilen den Hang hinaufgezogen.
Spätere Abklärungen ergeben, dass der Mann ausgerutscht und rückwärts in den Fluss gestürzt war. Er erlitt dabei eine Gehirnerschütterung – er wäre ertrunken, hätte man ihn nicht gesehen.
«Ich würde das jederzeit wieder machen», sagt Ruedi Grossenbacher. Auch der 36-jährige Stephan Trachsel, gelernter Chauffeur, findet «nichts Aussergewöhnliches» an der spektakulären Rettung. «Das ist doch selbstverständlich.»
Anders sieht es der Dienst habende Polizist Paul Werthmüller. «Die beiden hatten mehr Glück als Verstand», sagt er. Wirbel und Wasserwalzen können die Emme zu einem gefährlich reissenden Fluss machen. Der Polizist beurteilt die Aktion der beiden als «selbstmörderisches Unterfangen» – und gibt freimütig zu, dass er selbst nicht den Mut gehabt hätte, in den Fluss zu springen.
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© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten


